1,8 Millionen Dollar für Gandhis Eigentum

6. März 2009, 06:33
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Milliardär und Unternehmer Vijay Mallya bot die Höchstsumme

New York - Persönliche Gegenstände des indischen Nationalhelden Mahatma Gandhi sind am Donnerstag in New York für 1,8 Millionen Dollar (rund 1,4 Millionen Euro) versteigert worden. Innerhalb von acht Minuten kamen Gandhis Nickelbrille, seine Taschenuhr aus dem Jahr 1910, Sandalen und ein Essgeschirr unter den Hammer. Das Auktionshaus Antiquorum Auctioneers hatte als Höchstpreis 30.000 Dollar angesetzt. Die Auktion fand trotz der Proteste der indischen Regierung statt, die Gandhis Eigentum als nationales Erbe ansieht.

Der indische Milliardär und Unternehmer Vijay Mallya (Fluglinie "Kingfisher Airlines") bot in dem bis auf den letzten Platz besetzten Auktionshaus die Höchstsumme. Der frühere Besitzer, der amerikanische Privatsammler James Otis, will den Erlös einer Wohltätigkeitsorganisation spenden.

Angebot zu Einigung zurückgewiesen

Indien hatte am späten Mittwochabend Otis' Angebot zu einer Einigung zurückgewiesen. Der Privatsammler hatte vorgeschlagen, im Tausch für die Gegenstände Gandhis die Ausgaben für die Ärmsten der Armen in Indien drastisch zu erhöhen.

"Ich wollte nie, dass diese Auktion zu einer solchen Kontroverse führt. Ich bete darum, dass das Ergebnis positiv ist und Gandhi mit der ganzen Sache einverstanden wäre", sagte Otis bevor die Versteigerung losging.

Mallya muss noch eine Weile warten, bis er Gandhis Taschenuhr, Sandalen und Nickelbrille in Empfang nehmen kann. Die US-Regierung hat das Auktionshaus gebeten, die umstrittenen Sachen für ein paar Wochen zurückzuhalten, bis die Rechtslage endgültig geklärt ist.

Die Erinnerungsstücke würden nun wieder nach Indien zurückkehren können, kündigte Bedi an, der im Auftrag Mallyas im Auktionshaus Antiquorum Auctioneers geboten hatte. "Im Grunde genommen hat er für das Land gesteigert", sagte der mit einem weißen Turban bekleidete Bedi nach dem erfolgreichen Gebot über seinen Auftraggeber.

Freudenrufe

Im Auktionssaal saßen zahlreiche indische Geschäftsmänner, die die Versteigerung gebannt verfolgten. Als Mallya den Zuschlag bekam, brachen spontan Freudenrufe und tosender Applaus aus. Das Auktionshaus hatte mit einen Erlös von 20.000 bis 30.000 Dollar für die Objekte aus dem Besitz Gandhis gerechnet.

Seit Tagen hatte die geplante Auktion für Aufregung gesorgt. Für Indien, allen voran Gandhis Nachkommen, sind die Devotionalien von unschätzbarem Wert als Kulturgut und Erinnerung an Indiens Kampf gegen die britischen Kolonialherren. Kurz vor der Auktion hatte der Verkäufer, der US-Pazifist und Regisseur James Otis, erklärt, die Versteigerung stoppen zu wollen.

Schließlich ließ der Sammler die Auktion aber doch zu. James Otis werde wird dem Verkauf zustimmen, weil er sicher sei, dass Mallya die Objekte nach Indien bringen werde, sagte Otis' Anwalt Ravi Batra. Mallya ist in Indien unter anderem mit der Fluglinie Kingfisher Airlines zum Multi-Milliardär geworden.

Mahatma Gandhi hat durch friedlichen Widerstand den Unabhängigkeitskampf gegen die britische Kolonialmacht maßgeblich geprägt und gilt in Indien als "Vater der Nation". Er wurde im Jänner 1948 ermordet. (APA)

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    Gandhis Brille steht im Zentrum eines Streits um persönliche Gegenstände des indischen Nationalhelden

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