Tiroler Paket für Forschung trotz Krise

3. März 2009, 19:51
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Frisches Geld der Zukunftsstiftung für KMUs

Das vielfach geforderte antizyklische Investieren in Forschung will man in Tirol offenbar umsetzen: Das Land will Unternehmen in Zeiten der Krise zu mehr Forschungstätigkeit motivieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu soll im Jahr 2009 ein Förderpaket der Tiroler Zukunftsstiftung im Ausmaß von rund 2,1 Mio. Euro leisten.

Dadurch sollen Forschung und Entwicklung sowie die strategische Innovationsarbeit von Unternehmen in Kooperationen mit der Wissenschaft forciert werden. Beim Wachstum der betrieblichen Forschungsausgaben von 2004 bis 2006 sei Tirol österreichweit immerhin die Nummer eins, meinte Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Die Forschungsausgaben seien von 2004 bis 2006 um 37 Prozent auf insgesamt 270 Mio. Euro gestiegen. Man liege damit im Bundesländervergleich auf Platz eins vor Oberösterreich mit rund 33 Prozent. Das Förderpaket solle dazu beitragen, diese gute Ausgangsposition zu erhalten. Im vergangenen Jahr hätten 80 Fördernehmer die Förderprogramme der Tiroler Zukunftsstiftung in Anspruch genommen.

"Wir hoffen in diesem Jahr ebenfalls auf eine rege Beteiligung", meinte Zoller-Frischauf. Tirol sei "keine Insel" und könne sich der Krise nicht entziehen. Daher sei gerade jetzt der geeignete Zeitpunkt, in Forschung und Entwicklung zu investieren, um auch unter schwierigen Bedingungen Erfolge zu erzielen. Ein europäisches Strategieforschungsprojekt habe bestätigt, dass die Innovationsfähigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei, erklärte Kurt Matzler vom Institut für Strategisches Management. Unternehmen könnten dadurch rechtzeitig vor einem Aufschwung einen Marktvorsprung erzielen oder mit intelligenten Produkten neue Nachfrage erzeugen.

"Da eine Krise oftmals Starke stärker und Schwache schwächer macht, ist es besonders wichtig, Klein- und Mittelunternehmen bei der Bildung von Forschungsnetzwerken zu unterstützen", argumentierte Matzler. Diese würden nämlich bei Innovationen vielfach damit kämpfen, dass sie häufig nicht die nötigen Ressourcen haben, um "komplexe Projekte durchzuführen" oder um "hochqualifizierte Experten zu binden".

Als ein erfolgreiches Beispiel der Forschungsförderung der Tiroler Zukunftsstiftung wurde ein Kunststoffwerk aus dem Tiroler Unterland präsentiert, das gemeinsam mit sechs Partnern aus Forschung und Praxis einen Prototyp für ei- ne neue "Sprintkunsteisbahn in Leichtbauweise" entwickelt habe. (APA, red/STANDARD,Printausgabe, 04.03.2009)

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