Wieso man im Dusika-Stadion auf ein Eis gehen kann

3. März 2009, 19:45
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Zur Beschaffenheit des Geläufs bei der Shorttrack-WM - Auch ein Trio aus Österreich wird es nutzen

Wien - Quasi neue Bauernregel für Anfang März: Das Dusika-Stadiondach ist dicht, wenn auch Eis im Stadion liegt.
Das Eis wurde vielmehr "verlegt". Schließlich kommt von Freitag bis Sonntag die Shorttrack-WM über Wien. 171 Aktive aus 33 Nationen nehmen teil, der Gastgeber liegt unter dem Schnitt, Österreich schickt ein Trio ins Rennen. Die Steirerin Veronika Windisch (26) träumt von einem Finalplatz, der Wiener Andre Pulec (23) traut sich ein Halbfinale zu, sein Landsmann Matthias Stelzmüller (17) will Erfahrung sammeln. Fernost (Japan, China, Korea) und Fernwest (USA, Kanada) sind zu favorisieren, Medaillen werden nach Einzelrennen (500, 1000, 1500, 3000 Meter), im Mehrkampf und für Staffeln vergeben, bei Damen und Herren. Im Team Österreich wäre sich nicht einmal eine gemischte Staffel ausgegangen. Manfred Zojer, Präsident des heimischen Eisschnelllaufverbands (ASSA), erhofft sich durch die WM "eine Initialzündung speziell für Wien" .

Das Dusika-Stadion, ansonsten Radfahrern und Leichtathleten vorbehalten, wartet mit besserer Infrastruktur als die zunächst vorgesehene Kagraner Schultz-Halle auf. Der große Nachteil, das fehlende Eis, ließ sich beheben. Die Stadt Wien beauftragte wie schon in Sachen Eistraum am Rathausplatz die Firma AST (Reutte), die indes nicht nur Wien, sondern weltweit "Eisbahnen aller Art" anbietet.

Die Stadt Wien ist, was Eisqualität betrifft, sozusagen ein gebranntes Kind, man erinnere sich an die Eishockey-WM 2005, an die Lacken auf dem und die Löcher im Stadthalleneis. Auch den Shorttrackern ist die Beschaffenheit des Geläufs wichtig, schließlich geht es zwar primär um den Aufstieg in die nächste Runde, aber immer auch um (Welt)-Rekorde. Wie "schnell" ein Eis ist, hängt von seiner Dicke und Kühlung, der Wasserqualität sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Halle ab. Zu hartes Eis kann brechen, bei der Eisbereitung darf weder zu viel noch zu wenig Wasser aufgetragen werden. Das Eis, sechs Zentimeter dick, wird von unten per Schlauchsystem gekühlt.

Im Dusika-Stadion hat's 15 Grad. Die Eisfläche entspricht einem Eishockeyfeld. Die 111,12 Meter lange Bahn ist von gepolsterten Matten umgeben. Stürze sind keine Seltenheit, da vier bis acht Läufer mit etwa 50 km/h um Positionen kämpfen. Und Matten bremsen den Aufprall. Alte Shorttrack-Regel. (Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 3.3. 2009)

 

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