Emirates sieht weiteres Wachstum

3. März 2009, 17:52
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Air France-KLM verschiebt Inbetriebnahme von Riesenjumbos A380

Wien - Emirates werde auch heuer wachsen, wenn auch nicht so stark wie in der Vergangenheit, wo die jährlichen Zuwächse bei 20 Prozent lagen, sagt Österreich- und Osteuropa-Chef Martin Gross im STANDARD-Gespräch. Merkbar sei ein Rückgang bei Geschäftsreisenden. "Die Geschäftsleute fliegen weniger, und wenn, dann überlegen sie dreimal ob und wohin sie fliegen", betont Gross.

Der Trend, Economy statt Business zu buchen, sei zwar in Europa spürbar, auf der Langstrecke über Dubai aber nicht so stark. Firmen würden bei Flügen ab fünf Stunden Business-Class genehmigen, erklärt Gross. Die Nachfrage in der First sei hingegen fast unverändert, weil dort meist Private fliegen. Gross: "Es gibt noch viele Private, die für eine Woche Malediven bereit sind 10.000 Euro für ein First-Class-Ticket zu bezahlen."

Emirates werde anders als die meisten Mitbewerber auch heuer wachsen. Zwar nicht durch die Aufnahme neuer Destinationen, sondern durch mehr Frequenzen auf etablierten Routen um 14 Prozent. Während in den vergangenen Jahren bis zu elf neue Routen jährlich aufgenommen wurden, ist es heuer nur eine: Die Strecke nach Durban in Südafrika. Afrika laufe generell "extrem gut" , weil nur wenige Airlines Afrika anfliegen. Ein Wachstumsmarkt sei auch Middle East. An Streckenreduktionen ist nicht gedacht. Emirates werde sogar heuer die bestellten 18 neuen Großraum-Flieger (A380 und Boeing 777) übernehmen.

Die am schnellsten wachsenden Märkte für Emirates sind derzeit Afrika (17 Prozent) und der Mittlere Osten (sechs Prozent in den vergangenen zwölf Monaten). Die Route Wien-Dubai wird täglich von einer Boeing 777-300 bedient (First, Business und Economy). Die Emirates B777-300ER gilt als State-of-the-art-Luxusliner und ist die größte in Österreich eingesetzte Passagiermaschine. Aus Kostengründen verschiebt indessen Air France-KLM die Inbetriebnahme von zwei Airbus A380.

Insgesamt hat Air France zwölf der doppelstöckigen Riesenjumbos bestellt. Die Verschiebung beträfe den sechsten und siebenten A380, den Air France erhalten soll, sagte Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon. "Das spart Kosten in diesem und im nächsten Jahr." In der Regel leisten die Fluglinien bei der Festbestellung von Flugzeugen eine Anzahlung, der Rest wird dann bei Auslieferung fällig. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 4.3.2009)

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