Erweiterter Vorstand am Freitag

4. März 2009, 09:10
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Salzburger Grüne machen parteiintern weiter Druck - Kandidatenliste wird im April endgültig fixiert

Klagenfurt/Salzburg - Die Kärntner Grünen schaffen doch noch den Einzug in den Kärntner Landtag. Nach der Auszählung des Großteils der rund 23.000 Wahlkarten kamen die Grünen auf 5,13 Prozent und sind damit wieder mit zwei Mandaten im Kärntner Landtag vertreten. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", meinte Spitzenkandidat Rolf Holub in einer ersten Reaktion zum Standard. Am Wahlsonntag hatten die Kärntner Grünen mit nur 4,99 Prozent knapp die Wahlhürde von fünf Prozent verpasst.

Die Freude über den Einzug in den Kärntner Landtag könnte jedoch schnell verflogen sein. Die Salzburger Grünen machen parteiintern weiter Druck, Johannes Voggenhuber noch auf die EU-Liste der Grünen zu bekommen. Landesparteichef Cyriak Schwaighofer kritisiert weiterhin, dass der EU-Mandatar vom Bundesvorstand eine Solidaritätskandidatur verweigert worden war. Eine Initiative wolle er aber nur ergreifen, wenn es gelinge, dass diese auch andere Landesgruppen mittragen. "Nur unserem Ärger Luft zu machen ist zu wenig", sagt Schwaighofer im Standard-Gespräch.

Verbündete hat er jetzt schon: Auch die Kärntner Grünen hatten eine Solidaritätskandidatur Voggenhubers immer unterstützt. "Ich habe es grundsätzlich immer begrüßt, dass Voggenhuber auch auf der Liste ist", sagt der Kärntner Grünen-Sprecher Rolf Holub im Gespräch mit dem Standard : "Man hatte offenbar einfach nur Angst, dass er das Ergebnis der Listenersten toppen könnte, auch Voggenhuber hätte sich mit der Nummer zwei zufrieden geben können. Das wollte er nicht, es ändert aber nichts an der Tatsache, dass er ein Goldfisch ist."

Holub will den Vorarlberger Grünen-Chef Johannes Rauch bereits am Donnerstagabend in Salzburg mit Schwaighofer und dem Nationalratsabgeordneten Peter Pilz treffen, um einen neuen Anlauf zu Voggenhubers Solidaritätskandidatur zu besprechen. Rauch dementiert aber diesen Plan.

Im Bund reagiert man darauf reserviert. "Es steht jedem frei, das nochmals zu thematisieren", sagt Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny. Die Kandidatenliste sei bis April noch nicht geschlossen. Ob sie glaubt, dass es da Änderungen geben wird? Sburny: "Aus meiner Sicht: nein."

Die nächste Chance, das zu überprüfen, ergibt sich am Freitag: Da tagt der erweiterte Bundesvorstand der Grünen in Salzburg. (neu, pm, stein, DER STANDARD, Printausgabe, 4.3.2009)

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    Salzburgs Cyriak Schwaighofer macht gemeinsam mit Peter Pilz Druck für Johannes Voggenhubers EU-Kandidatur.

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