Run auf Neue Mittelschule in Ländern

3. März 2009, 17:11
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Sinkende Anmeldezahlen bei Hauptschulen, AHS weiterhin sehr beliebt

Graz/Linz/Innsbruck/Bregenz/Eisenstadt/Klagenfurt/Salzburg - Noch sind die Anmeldefristen für die AHS und die Neuen Mittelschulen (NMS) nicht in allen Bundesländern verstrichen, doch schon jetzt ist klar: Der Run auf die neue Schulform für alle Zehn- bis 14-Jährigen ist groß, AHS mit "gutem Ruf" liegen nach wie vor im Trend, die Anmeldezahlen an den Hauptschulen stagnieren oder sind sogar rückläufig.

Vor allem Tirol meldet sinkende Anmeldezahlen in den Hauptschulen. In der Innsbrucker Hauptschule Hötting-West etwa haben sich überhaupt nur 25 Kinder um einen Platz beworben. Jene acht Innsbrucker Hauptschulen dagegen, die sich dem Modellversuch "Neue Mittelschule" angeschlossen haben, können sich vor Anfragen kaum erretten. Für den Amtsdirektor des Innsbrucker Bezirksschulrats, Ferdinand Neu, ist dies ein Beweis, "dass auch die Eltern die Neue Mittelschule annehmen" . In Oberösterreich und der Steiermark geben sich die Landesschulräte abwartend - noch gebe es freilich keine Klagen, dass, wie in Wien, Kinder an den gewünschten Schulen nicht angenommen würden. Ähnliches vermeldet Salzburg: Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre wisse man, dass es, auch in der Stadt Salzburg, bis dato gelungen sei, fast alle Kinder wunschgemäß unterzubringen.

Exposituren geplant

Wie berichtet, wurden in Wien 853 Kinder (310 mit AHS-Reife, 543 ohne AHS-Reife) abgewiesen. Der Grund: Einige Schulstandorte sind traditionell wegen ihrer Lage oder wegen ihres guten Rufs überlaufen, hier wird überlegt, in unmittelbarer Umgebung Exposituren anzulegen.
In Kärnten gibt es einen regelrechten Ansturm auf die Neue Mittelschule. "Es gibt an allen Standorten einen unglaublichen Andrang, wir werden wahrscheinlich etliche Bewerber abweisen müssen" , sagte die zuständige Landesschulinspektorin Beatrice Haidl zum Standard. Am Freitag dieser Woche wird in Kärnten feststehen, wie viele Kinder von ihren Wunsch-Schulen angenommen, wie viele abgewiesen werden.

In Vorarlberg liegen dem Landesschulrat die genauen Anmeldezahlen für die AHS erst am Donnerstag vor. Es wird mit 100 Anmeldungen mehr als im Vorjahr gerechnet. 2008 wollten 1066 Kinder an eine AHS, 950 wurden aufgenommen. Dieses Jahr könnte die Zahl der Abgewiesenen auf 200 steigen.

Gereiht wird nach Schulerfolg. Da man alle Kinder aufnehmen will, die Punktegleichstand haben, werde man die Klassenschülerhöchstzahl in den 37 ersten Klassen nicht einhalten können, heißt es aus dem Landesschulrat.

51 der 56 Vorarlberger Hauptschulen sind ab Herbst Mittelschulen. Auf die AHS-Anmeldungen werde das keinen Effekt haben, heißt es aus Bregenz. (jub, mro, mue, neu, stein, ver, DER STANDARD, Printausgabe, 4.3.2009)

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