300-Doping-Cocktails-Mann Chambers

3. März 2009, 16:56
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Britischer Dopingsünder enthüllte in kürzlich erschienener Autobiografie schier unglaubliche Dopingpraktiken

London - Der frühere Dopingsünder Dwain Chambers hat in seiner Autobiografie zugegeben, seine Sprint-Leistungen mit "über 300 verschiedenen Cocktails" illegal stimuliert zu haben. Die Dopingmittel hätten ihn 30.000 Dollar (23.800 Euro) im Jahr gekostet, enthüllte der 30-jährige Brite in dem am Montag erscheinenden Buch.

"Ich war nicht nur auf THG, EPO und HGH, sondern auch auf Testosteron, damit ich besser schlafen und Cholesterin abbauen konnte", meinte Chambers. "Ich habe auch Insulin injiziert, drei Einheiten in den unteren Bereich meines Magens nach hartem Gewichtetraining." Vier Monate nach dem Gewinn von EM-Gold über 100 Meter - 2002 in München - habe er erstmals in seinem Sportlerleben realisiert, dass er sich ruiniert habe.

Er habe zu Weihnachten im Badezimmer mit der Designerdroge "The Clear" (THG) gesessen und festgestellt: "Ich habe zwölf Monate lang 300 verschiedene Cocktails genommen." Zehn Dopingkontrollen überstand er nach eigener Aussage in jenem Jahr, ohne erwischt zu werden. "Als ich sauber war, stand meine persönliche Bestzeit bei 9,97 Sekunden", erklärte Chambers. Nach Jahren vieler Qualen und einem gesundheitlichen Vabanquespiel sei er bei 9,87 angekommen.

Im Oktober 2003 war Chambers positiv auf das Designer-Steroid Tetrahydrogestrinon (THG) getestet worden; der britische Leichtathletik-Verband sperrte ihn daraufhin für zwei Jahre. Das Sprint-Gold von München wurde ihm aberkannt, alle seine Leistungen zwischen Jänner 2002 und August 2003 annulliert.

Sein Comeback gab der Brite 2006 bei den Europameisterschaften in Göteborg und holte Gold mit der 4 x 100-Meter-Staffel. Das britische NOK verhängte allerdings einen Olympia-Bann gegen Dwain Chambers, der bei den Sommerspielen 2008 in Peking nicht starten durfte. An der Hallen-EM am kommenden Wochenende in Turin will der Londoner aber ebenso teilnehmen wie an den Weltmeisterschaften im August in Berlin. (APA/dpa)

 

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    Böser Junge: Dwain Chambers.

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