Zu wenig Betreuungskräfte

3. März 2009, 15:40
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Volkshilfe fordert rasche Umsetzung des Regierungsprogramms

Wien - Die Volkshilfe fordert die Bundesregierung "angesichts des teilweise dramatischen Personalengpasses" im Pflegebereich zur raschen Umsetzung des Regierungsprogramms auf. Der Pflege- und Betreuungssektor sei auch in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit ein Wachstumsbereich am Arbeitsmarkt, betont die Volkshilfe in einer Aussendung vom Dienstag.

Alleine in Wien sind demnach gegenwärtig 241 Stellen für diplomierte Krankenpfleger und Heimhelfer offen. Laut AMS werden in keinem anderen Bereich auf dem Arbeitsmarkt derart viele Kräfte gesucht. Und in Oberösterreich würden noch in diesem Jahr "rund 300 Personaleinheiten" mehr in den Heimen gebraucht, wie es in der Mitteilung heißt: "Eine alternde Bevölkerung und der Mangel an entsprechendem Personal wird in Österreich die Lücke in der Pflege und Betreuung weiter aufreißen."

Ausbildung

Die Volkshilfe pocht auf verschiedene Maßnahmen, darunter die Anhebung der heimischen Pflegeausbildung auf Bakkalaureats-Niveau, wie sie auch die EU plane. Sie fordert darüber hinaus eine BHS für Gesundheits- und Sozialberufe, die nach fünf Jahren mit der Matura abschließt und regt an, auch über einen entsprechenden Lehrberuf nachzudenken."Sowohl die Schule, als auch die Lehre würden die genannten Berufe für junge Menschen attraktiver machen", erklärte Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger.

Förderung für Umsteiger

Eingemahnt werden auch die im Regierungsprogramm beschlossenen Maßnahmen für Wiederein- und Umsteiger. "Die Förderung von 2.000 zusätzlichen neuen Pflege- und Betreuungskräften bis 2010 (...) ist nicht zuletzt auf Anregung der Volkshilfe beschlossen worden", betont Fenninger. Verantwortung ortet er allerdings auch bei den Ländern, die per Verordnung die Personalschlüssel festlegen. "Ausbildung macht nur Sinn, wenn entsprechende Jobs finanziert werden", fordert er ein "klares Bekenntnis der Länder zur Heimhilfe".

Auf Personalsuche ist derzeit auch das Hilfswerk. 2009 werden nach einer Prognose der Landesverbände 600 Heimhilfen eingestellt - neben Gesundheits- und Krankenpflegern, Pflegehelfern und Altenfachbetreuern werden zudem neue Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendbetreuung benötigt. Hilfswerk-Präsident Othmar Karas wirbt für die Sozial- und Gesundheitsberufe als "Job-Motor nicht nur in der Krise". Das gesamte Job-Angebot ist auf www.hilfswerk.at aufgelistet. (APA)

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