"Nichts kann mich auf Weg zur Präsidentschaft stoppen"

4. März 2009, 21:23
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Ministerpräsidentin warnt vor deutsch-russischer Annäherung

Paris - Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko strebt nach dem höchsten Staatsamt in ihrem Land. Nichts könne sie auf dem Weg zur Präsidentin stoppen, sagte sie der französischen Zeitung "Le Monde". Die einstige Verbündete und heutige Rivalin des amtierenden ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko wurde am Mittwoch zu Gesprächen mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy in Paris erwartet.

Timoschenko sprach sich gegenüber "Le Monde" für Präsidentschaftswahlen in ihrem Land zum frühest möglichen Zeitpunkt aus. Bisher steht noch kein Datum fest, als wahrscheinlich gilt ein Termin Ende des Jahres oder zu Beginn 2010. Ihr Verhältnis zu Juschtschenko ist zunehmend angespannt. Am Dienstag hatte ihre Partei im Parlament für die Entlassung von Außenminister Wolodimir Ohrisko gestimmt, einem Gefolgsmann des Präsidenten.

Finanzhilfen

Timoschenko sprach am Mittwoch mit Sarkozy über die Wirtschaftskrise und das Verhältnis der Ukraine zu Europa. Dabei ging es dem Vernehmen nach auch um Finanzhilfen. Kiew wartet dringend auf die zweite Tranche eines Kredits des Internationalen Währungsfonds (IWF) über 16,4 Milliarden Dollar(13,06 Mrd. Euro) . Der IWF hat bisher 4,5 Mrd. überwiesen und zögert mit weiteren Zahlungen, weil die Ukraine ihr Haushaltsdefizit nicht ausreichend senken will.

In einem Beitrag für das Project Syndicate, der von der Zeitung "Le Figaro" am Mittwoch veröffentlicht wurde, fordert Timoschenko die Bereitstellung von Währungsfazilitäten für Osteuropa durch die Europäische Zentralbank (EZB). Als Vorbild nannte sie die Dollarfazilitäten der US-Notenbank für Mexiko, Brasilien und Südkorea. Europa könne der Ukraine auch mit einem Freihandelsabkommen helfen und mit Mitteln aus dem Stabilisierungsfonds helfen.

Warnung vor deutsch-russischer Annäherung

Timoschenko riet, Russland nicht auf zu große Distanz zur EU zu halten. Das Gefühl der Isolation fördere in Moskau die Versuchung einer Annäherung an Deutschland ohne Rücksicht auf das europäische Umfeld.  (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Julia Timoschenko bei ihrem letzten Treffen mit Sarkozy im Februar

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