Kritik an Einmischung der Politik beim ZDF

3. März 2009, 14:52
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Journalisten-Verband fordert Änderungen in der Besetzung des ZDF-Verwaltungsrates

Berlin - Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Einmischung der Politik bei öffentlich-rechtlichen Sendern wie dem ZDF scharf kritisiert. Angesichts der Kontroverse um ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender forderte der Verband am Dienstag in Berlin strukturelle Änderungen in der Besetzung des ZDF-Verwaltungsrates.

"Es muss Schluss sein mit der unseligen Praxis, dass Politiker die Führungspositionen im ZDF nach vermeintlicher politischer Zuverlässigkeit der Kandidaten besetzen", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Er verwies dabei explizit auf die "Einmischungsversuche" des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und anderer in das Arbeitsverhältnis von Brender.

Dem Verwaltungsrat wird vorgeworfen, dass die unionsnahe Mehrheit in dem Gremium Brenders Fünf-Jahres-Vertrag nicht verlängern will. Brenders Vertrag läuft noch bis Ende März 2010, allerdings hat er das Recht, ein Jahr vor Ablauf zu erfahren, ob dieser verlängert wird.

Dem 14-köpfigen ZDF-Verwaltungsrat gehören laut DJV zehn aktive und ehemalige Politiker an. "Damit ist die Politik mitten im ZDF angesiedelt", kritisierte Konken. Die Zusammensetzung des Kontrollgremiums solle vielmehr die gesellschaftliche Wirklichkeit in Deutschland spiegeln. "Im Verwaltungsrat darf nicht eine einzige Gruppe dominieren und so den Sender in ihrem Sinne beeinflussen." Vielmehr müsse ein Mix gefunden werden, der die Politik als eine von mehreren Kräften in das Gremium einbindet. (APA/AFP)

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