Chodorkowski will sein Vermögen zurück

4. März 2009, 17:19
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Ex-Ölmagnat soll mit seinem Geschäftspartner Lebedew 20 Milliarden Euro unterschlagen haben

Moskau - Im Moskauer Prozess gegen den seit über fünf Jahren inhaftierten Ex-Ölmagnaten Michail Chodorkowski hat der angeklagte Kremlgegner den Justizbehörden schwere Versäumnisse vorgeworfen. Der Staat habe 2004 seinen Ölkonzern Yukos zerschlagen, obwohl laut Gesetz das milliardenschwere Unternehmen nur hätte beschlagnahmt werden dürfen. Das sagte Chodorkowski am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax während einer Voranhörung.

Die Yukos-Versteigerung sei ein klarer Verstoß gegen die Strafprozessordnung gewesen, kritisierte der 45-Jährige. Er fordere daher Richter Viktor Danilkin auf, Schritte zur Sicherung seines früheren Vermögens zu ergreifen, sagte der Ex-Oligarch. Danilkin äußerte sich zunächst nicht dazu.

Die Verteidiger von Chodorkowski und seines mitangeklagten Ex-Geschäftspartners Platon Lebedew (52) bezeichneten den Prozess erneut als "absurd". Die Beschuldigten seien wegen Steuerhinterziehung beim Handel mit Erdöl bereits verurteilt worden, nun stünden sie wegen der angeblichen Unterschlagung dieses Öls vor Gericht, sagte ein Anwalt. Weil Chodorkowski und Lebedew damit zweimal wegen der gleichen Sache angeklagt würden, sei das Verfahren einzustellen.

Chodorkowski und Lebedew verbüßen seit 2005 eine achtjährige Haftstrafe. Im laufenden Verfahren drohen beiden 22 weitere Jahre Gefängnis. Die ehemaligen Yukos-Eigentümer sollen zwischen 1998 und 2003 knapp 20 Milliarden Euro unterschlagen haben. Beobachter halten den Prozess für von Teilen der russischen Machtelite gelenkt. (APA/dpa)

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