Allianz Österreich überstand 2008 mit wenig Blessuren

3. März 2009, 12:30
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Wien - Der Allianz-Österreich-Versicherungskonzern hat das abgelaufene Jahr trotz Finanzkrise und beginnendem Konjunktureinbruch mit nur wenigen Blessuren überstanden. Zwar ging das Finanzergebnis stark zurück, und der Jahresgewinn halbierte sich beinahe, doch wurde versicherungstechnisch das bisher beste Resultat erzielt. Für 2009 sieht Vorstandschef Wolfram Littich das Unternehmen dank eines "gesunden Portfolio", einer niedrigen Combined Ratio von unter 94 Prozent und einer nur 3-prozentigen Aktienquote gut gerüstet.

"Wir steuern sehr sicher ins Jahr 2009 und erwarten uns wieder ein versicherungstechnisch gutes Ergebnis", meinte Littich am Dienstag im Bilanzpressegespräch. "Aber auch nichtversicherungstechnisch kann uns kaum etwas passieren." Im Kernbereich Schaden/Unfall legte man technisch um 73,4 Prozent auf 35,6 (20,5) Mio. Euro zu, allerdings gab es nichttechnisch einen Ergebniseinbruch auf 16,0 (69,5) Mio. Euro. Unter dem Strich konnte dennoch ein Jahresgewinn von 63,6 (115,0) Mio. Euro ausgewiesen werden. Davon werden 20,1 Mio. Euro als Dividende an die Mutter in München überwiesen, mit dem Rest wird das Eigenkapital um 6,2 Prozent auf 809 (762) Mio. Euro gestärkt.

Die Kapitalanlagen verringerten sich im Jahr des vollen Ausbruchs der Finanzkrise um 6,3 Prozent auf 4,817 Mrd. Euro, die Erträge daraus lagen bei 111 Mio. Euro, also etwa 2,2 bis 2,3 Prozent, "ohne dass wir dabei Bilanzierungserleichterungen in Anspruch genommen hätten", wie Finanzvorstand Werner Müller sagte.

Vorsicht

Aus Vorsichtsgründen hat die Allianz Österreich 2008 schon recht früh die Aktienquote in der Veranlagung stark zurückgefahren - bis Jahresende auf Null. Waren es im Jänner noch über 18 Prozent, wurde bereits im Februar auf 10 Prozent reduziert, im Frühsommer dann auf 8 Prozent, im September auf 6 Prozent, ab Oktober dann auf Null. "Sicherheit hat ihren Preis", so Littich: "Weniger Profit in einem Jahr wie 2008 anzusteuern, ist zwingend im Dienste der Sicherheit."

Aktuell hält die Allianz laut Littich wieder bei 3 Prozent Aktienquote, allerdings beträgt in der Sachgesellschaft der Anleihen-Anteil 74 Prozent, in der Lebenssparte sogar 93 Prozent.

Die Gewinnbeteiligung bei klassischen Lebenspolizzen beträgt bei der Allianz 4,25 Prozent plus 0,25 Prozent Schlussgewinn, also in Summe 4,5 Prozent - obwohl die EZB diese Woche den Euro-Leitzins auf historisch niedrige 1,5 Prozent senken dürfte, wie Littich betonte.

Bei der Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - wurde die geplante Verringerung auf unter 94 Prozent erreicht. Die Gesamtquote verringerte sich auf 93,7 (95,8) Prozent. Dies ist laut Müller primär der Verbesserung des Schadensatzes auf 70,0 (73,0) Prozent zu danken, während die Kostenquote wegen Zinsaufwendungen sogar leicht auf 23,6 (22,7) Prozent zulegte. (APA)

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