Intel treibt Chip-Entwicklung voran

3. März 2009, 11:34
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Ende des Jahres die ersten Chips mit 32 Nanometer-Struktur - "Nehalem" wird in den Mainstream gebracht

Ungeachtet der globalen Wirtschaftskrise treibt Intel die Entwicklung der Chip-Technologie weiter voran. "Wir wollen stärker aus der Rezession hervorgehen", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Craig Barrett am Dienstag auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Auch in schlechten Zeiten werde massiv investiert. So steckt Intel in den nächsten zwei Jahren sieben Mrd. Dollar (5,56 Mrd. Euro) in die Modernisierung seiner Werke.

"Westmere"-Architektur

Nächstes Ziel sind Chips, deren kleinste Strukturen nur noch 32 Nanometer messen - das sind 32 Milliardstel Millimeter. Die Leiterbahnen für den Transport von Bits zwischen den mehr als 1,9 Mrd. Transistoren eines Chips sind damit weit kleiner als ein menschliches Haar mit seinen 70.000 Nanometern. Die nächste Chip-Generation mit der "Westmere"-Architektur soll Ende des Jahres auf den Markt kommen.

Zuvor will Intel nach Angaben seines Europa-Chefs Christian Morales die "Nehalem"-Architektur (benannt nach einem Fluss in Oregon) mit ihrer 45-Nanometer-Technologie "in den Mainstream bringen": Was bisher wie der im November 2008 eingeführte Vierkernprozessor Core i7 auf Hochleistungscomputer und Technik-Enthusiasten beschränkt war, soll im zweiten Halbjahr auf alle gängigen Desktop-Computer gebracht werden. Eine Version für Notebooks ist unter dem Codenamen "Clarksfield" für das vierte Quartal dieses Jahres angekündigt. Dabei legt Intel nach Angaben von Morales ebenso viel Wert auf möglichst geringen Strombedarf wie auf die Leistung.

"Wir brauchen alle Prozessorleistung, die wir kriegen können"

Diese kann für bestimmte wissenschaftliche Zwecke gar nicht hoch genug sein. "Wir brauchen alle Prozessorleistung, die wir kriegen können", sagte der Professor für Computergrafik an der Universität des Saarlands, Philipp Slusallek, bei der Präsentation eines neuen Prozessors der Modellreihe Xeon, die für Server entwickelt wurde.

An der Entwicklung der neuen Chip-Technologien wirken zunehmend auch Experten in europäischen Intel-Laboren mit. Morales nannte als Beispiel das Intel-Labor in Braunschweig, wo neue Ideen mit Blick auf neue Produkte entwickelt würden. Neu hinzugekommen ist jetzt ein weiteres Labor in München, das zusammen mit einem Standort in Leixlip in Irland zum "Innovationszentrum von Intel in Europa" werden soll. Die Einrichtung ist als "Open Lab" gedacht, um die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft möglichst eng zu gestalten.

 

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CeBIT

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