"Man kommt um mehr Chemieunterricht nicht herum"

3. März 2009, 11:26
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Trotz guter Berufschancen schließen jährlich nur rund 180 Studierende in Österreich ein Studium mit Chemiebezug ab

Wien - Trotz guter Berufschancen schließen jährlich nur rund 180 Studierende in Österreich ein Studium mit Chemiebezug ab, Tendenz fallend. Die Unternehmen der technischen Industrie leiden unter einem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Woran krankt es?

Schon am Chemieunterricht in der Schule, meint der Fachverband der chemischen Industrie (FCIO). Eine Erhöhung der Unterrichtsstunden von der fünften bis zur achten Schulstufe könnte Teil der Lösung sein, sagt der FCIO. "Viele Schulen haben nicht einmal eine Grundausstattung. Für Chemie braucht man ein eigenes Archiv, aber in vielen Schulen sind diese Räume aufgelassen worden", bedauert Obmann Peter Untersperger. Johann Wiesinger vom Verband der Chemielehrer Österreichs (VCÖ) kritisiert, "dass die derzeitige Lehrerausbildung für die Volksschule kein Modul für Naturwissenschaften beinhaltet."

Die vom VCÖ veranstalteten "Wochen der Chemie" und die 2008 organisierte "Faszination Chemie" sollen den Forscherdrang in Österreichs Jugend wecken. Talent ist vorhanden: Bei der Chemieolympiade 2008 in Budapest konnte Österreich mit vier Silbermedaillengewinnern glänzen.

Untersperger bekräftigt: "Viele Innovationen im Grundlagenbereich sind chemisch. Man kommt um mehr Chemieunterricht nicht herum." (Magdalena Legerer, Kristina Nedeljkovic/DER STANDARD Printausgabe, 3. März 2009)

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