"Delo" warnt vor rechtem "Horrorszenario"

3. März 2009, 11:02
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Slowenische Zeitung sieht Strache schon als Bundeskanzler

Ljubljana/Wien - Die slowenische Tageszeitung "Delo" (Dienstagsausgabe) warnt angesichts des Erfolgs der nationalistischen Rechten bei den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg vor einem "österreichischen Horrorszenario" und sieht FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bereits im Sessel des Bundeskanzlers.

"Massive Stärkung des dritten Blocks"

"Vielleicht waren sich die Menschen (in Kärnten) wirklich nicht bewusst, was sie mit der Bestätigung der BZÖ-Übermacht für die nächsten fünf Jahre angerichtet haben. (...) Das deutschnationalistische Kärnten wird jetzt aber auch andere Dinge in Angriff nehmen müssen, etwa das Zurückbleiben des Landes im Vergleich mit anderen österreichischen Bundesländern oder der Auswanderung von jungen und aussichtsreichen Menschen, weswegen in Wien fast schon so viele Kärntner leben wie in Klagenfurt. Vielleicht werden die Menschen bald wissen wollen, wo die Haider-Leute das Geld für die außerordentlich teure Wahlkampagne genommen haben, warum es schon seit Jahren keinen Budgetabschluss mehr gibt und was mit der Hypo Alpe Adria Bank passiert ist. (...)

Auch der Vormarsch der Freiheitlichen in Salzburg (...) zeigt, dass die Österreicher in kritischen Zeiten lieber auf nationalistische Argumente hören. Das österreichische Horrorszenario in Zeiten der Wirtschaftskrise und der wachsenden Arbeitslosigkeit ist eine so massive Stärkung des 'dritten Blocks', dass nach dem BZÖ-Sieg in Kärnten auch die Freiheitlichen von Heinz-Christian Strache ähnliche Erfolge einfahren werden - zuerst im Wiener Rathaus und dann schon im Bundeskanzleramt? Wenn die rechten Nationalisten schon in Zeiten des Wirtschaftswachstums erfolgreich waren, was wird jetzt erst passieren, wenn die Krise wirklich ihre Zähne zeigt? Für die österreichischen Mitteparteien, insbesondere die Sozialdemokraten und die Volksparteien, wird sich nun vielleicht rächen, dass sie im Namen der angeblichen Kärntner Besonderheiten eine nationalistisch motivierte Missachtung der Verfassung von Entscheidungen des Verfassungsgerichts erlaubt haben und damit solche Ansichten salonfähig gemacht haben." (APA)

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