Franco Foda wird es wohl nicht

3. März 2009, 11:04
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Sturm-Präsident Rinner will den Coach nicht freiwillig abgeben - ÖFB will keine Geldquellen für einen Transfer sprudeln lassen

Graz/Wien - Franco Foda, der seit Juni 2006 trotz vieler Abgänge von Spielern gute und erfolgreiche Arbeit als Trainer des Fußball-Bundesligisten SK Sturm Graz leistet, ist ein ausgezeichneter, im In- und Ausland gefragter Trainer. Dass jetzt nach der Trennung von ÖFB-Teamchef Karel Brückner sein Name als möglicher Kandidat im Nachfolgespiel genannt wird, ist kein Zufall. Der aktuelle Tabellendritte kann sich einen Wechsel seines Feldherrn nach Wien derzeit aber nicht vorstellen.

"Foda hat mit uns noch einen bis 2010 laufenden Vertrag. Freiwillig werden wir ihn sicher nicht hergeben", sagte Sturm-Präsident Hans Rinner am Dienstag. Der Chef des steirischen Bundesliga-Vereins fügte allerdings hinzu: "Zahlt der ÖFB für Foda 25 Prozent seines 20 Mio. Euro betragenden Budget, dann muss man nachdenken." Allerdings signalisierte die neue ÖFB-Spitze bereits, keine Geldquellen für einen "Transfer" sprudeln zu lassen.

"Mit Ablösen hat der ÖFB gelernt", sagte der neue ÖFB-Präsident Leo Windtner unmissverständlich. Der Vorgänger des Oberösterreichers, Friedrich Stickler, hatte im Herbst 2005 kurz vor einem Champions-League-Spiel von Meister Rapid Wien in Turin gegen Juventus den Trainer aus seinem Kontrakt mit den Hütteldorfern freigekauft und Josef Hickersberger ab 1. Jänner 2006 zum Teamchef gemacht. Nach der EM 2008 nahm der Meistermacher Abschied und Stickler präsentierte als neuen Mann Brückner.

Auch wenn Rinner und Sturm Graz ihren Trainer Foda nicht hergeben möchten, so liege die Entscheidung letztlich beim Betroffenen. "Wenn der Trainer selbst sagt, das und das will er machen, dann werden wir darüber reden. Ich kann nicht Gedanken lesen, aber das Gefühl habe ich derzeit nicht. Ich hoffe, dass er bei uns bleibt. Das Interesse an ihm spricht jedoch für ihn und seine Arbeit", meinte der Clubboss über den Deutschen, der am 23. April 43 Jahre wird und seit Sommer 2006 als Nachfolger von Michael Petrovic in Graz tätig ist.

Rinner, der am Samstag anlässlich der Windtner-Wahl in Wien war und auch dem ÖFB-Direktorium angehört, hat anlässlich des Länderspiels Österreich - Schweden (0:2) am 11. Februar in Graz mit den ÖFB-Spitzen Windtner und Generaldirektor Alfred Ludwig eine Vereinbarung getroffen. Sollte Foda im ÖFB ein Teamchef-Thema werden, dann würde zuerst mit ihm, Rinner, gesprochen und erst dann mit dem früheren Sturm-Spieler geredet. Der Betroffene selbst sagte im Vorfeld des Cup-Hits gegen Austria Wien: "Es gibt überhaupt keinen Kontakt mit dem ÖFB."

Eine Doppelfunktion, wie sie derzeit der Niederländer Guus Hiddink als Trainer des Chelsea FC und Teamchef der russischen Nationalmannschaft ausübt, ist für Rinner keine gute Option. "Ob das wirklich Sinn machen würde, weiß ich nicht. Ich möchte nichts ausschließen, aber ich stehe dieser Variante eher skeptisch gegenüber. Foda ist ein engagierter Arbeiter, der sich voll auf eine Aufgabe und Arbeit konzentriert", meinte der Chef des begehrten, in Mainz geborenen Fußball-Fachmannes.

Da sieht er sich einer Meinung mit Windtner, der zumindest für 1. April einem Teamchef in Doppelfunktion ablehnend gegenüber steht. "Ich glaube, das wäre relativ schwierig", sagte Windtner dazu am Montagabend. (APA)

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