Neuer Strafprozess nach Böhler-Unglück mit fünf Toten

3. März 2009, 10:08
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Nach Freispruch bei erster Verhandlung 2007: Diesmal zwei leitende Werksmitarbeiter auf der Anklagebank

Einen neuen Prozess hat die Staatsanwaltschaft Leoben im Falle des Unglücks im Kapfenberger Böhler-Edelstahlwerk mit fünf Toten und zwei Schwerverletzten vom April 2005 angekündigt. Nach der ersten Verhandlung vor rund zwei Jahren, bei der zwei Angeklagte frei gesprochen worden waren, stehen nun zwei leitende Werksmitarbeiter wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung vor Gericht.

Walter Plöbst, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben, bestätigte gegenüber der APA einen Bericht des ORF Steiermark, dass das Verfahren neu aufgerollt werde, was vom Oberlandesgericht bereits bewilligt wurde. Termin stehe noch keiner fest.

Fünf Tote, zwei Schwerverletzte

Das Unglück hatte sich am 8. April 2005 ereignet. In einer Gießpfanne mit 55 Tonnen rund 1.800 Grad heißem flüssigen Stahl war es zu einer Verpuffung gekommen. Die glühende Schlacke traf mehrere Mitarbeiter: Drei waren sofort tot, zwei weitere starben im Krankenhaus an den Folgen der Verbrennungen, zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass die betonierte Pfanne nicht vollständig getrocknet gewesen war. Die Feuchtigkeit habe sich beim Kontakt mit dem heißen Stahl in Sekundenbruchteilen in Wasserdampf verwandelt und habe die Verpuffung ausgelöst.

Bei dem ersten Prozess am 19. März 2007 waren der Chef und ein Mitarbeiter einer niederösterreichischen Wartungsfirma angeklagt und freigesprochen worden. Die Schuld der beiden Männer konnte bei der Verhandlung nicht nachgewiesen werden. Schon damals hatte die Staatsanwaltschaft weitere Erhebungen angekündigt. (APA)

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