Rot-Schwarz, was sonst?

2. März 2009, 20:17
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Von Thomas Neuhold

In Salzburg hat die SPÖ bei den Landtagswahlen 39,5 und die ÖVP 36,5 Prozent erreicht. Die SPÖ liegt drei Prozent vor der ÖVP. Noch vor zehn Jahren hätte auf dieses Ergebnis vom Sonntag niemand auch nur einen Cent gesetzt. Nur zur Erinnerung: 1999 führte die ÖVP noch mit über sechs Prozentpunkten vor den Sozialdemokraten, die sich schon über 32 Prozent freuten. Die 45,4 Prozent der SPÖ 2004 waren sicher ein Ausreißer: Protest gegen die ungeliebte Regierung Schüssel, Abwahl des unbeliebten Franz Schausberger, eine FPÖ am politischen Abgrund. So gesehen ist Gabi Burgstaller mit aktuell drei Prozent Vorsprung durchaus legitimiert, wieder Landeshauptfrau zu werden.

Es wird der ÖVP letztlich auch wenig anderes überbleiben, als mit Burgstaller wieder in eine große Koalition einzutreten. Was wäre die Alternative? Ein Bündnis mit der FPÖ von Karl Schnell? Dieses hätte im Landtag gerade einmal eine Mehrheit von einem Mandat.

Dazu kommt, dass Schnell selbst nicht in die Regierung drängt. Er weiß wohl, warum: Wen sollte er denn in ein Regierungsamt entsenden? Der FPÖ fehlt es nach zahlreichen Säuberungswellen an qualifiziertem Personal. Und das blaue Ergebnis vom Sonntag war nicht berauschend: 13 Prozent ist ein Erfolg, aber bei den Nationalratswahlen im Herbst erreichte die FPÖ 17,7 Prozent. Schnell ist eben nicht Strache.

Dass umgekehrt Burgstaller an die FPÖ herantritt, kann ausgeschlossen werden. Sie fände in der Partei dafür keine Basis. So wird es am Ende heißen: Rot-Schwarz, was sonst? (Thomas Neuhold/DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.3009)

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