Keine Freiland-Experimente

2. März 2009, 20:14
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Der Nutzen einer Freigabe des Anbaus von Genmais ist fragwürdig - Von Michael Moravec

Nur 37 Prozent der Österreicher vertrauen laut Umfragen der EU-Kommission. Dieser Wert scheint der Behörde in Brüssel offenbar noch immer zu hoch, denn sie arbeitet mit Leidenschaft daran, weitere Sympathien zu verspielen. Das dritte Mal haben die Mitgliedstaaten den Vorschlag mit großer Mehrheit zurückgewiesen, das österreichische Anbauverbot für Genmais zu kippen. Was die Kommission nicht daran hindern wird, vermutlich nach einiger Zeit die Sache zum vierten Mal vorzuschlagen.

Der Nutzen einer Freigabe des Anbaus von Genmais ist dabei so fragwürdig wie die Arbeit der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, die die EU-Kommission wissenschaftlich berät.
Die eine Genmais-Sorte, die zugelassen werden sollte, T-25 von Bayer, wird bereits nicht mehr verkauft oder angebaut. Die andere Sorte, Mon810 von Monsanto, ist mehr als zehn Jahre alt, die Zulassung ist abgelaufen und die beantragte Verlängerung noch nicht gewährt. Dennoch sollte der Anbau auf Wunsch der Kommission zugelassen werden. Österreichische und ungarische Studien, die Auswirkungen auf Umwelt und Tierwelt festhalten, werden von der EFSA einfach vom Tisch gewischt. Die Behörde in Parma stützt sich hauptsächlich auf Studien der Genmais-Erzeuger. Für eigene, neutrale Untersuchungen fehlt das Geld.

Völlig ins Leere zielt der Vorwurf, Österreich behindere mit seinen Verboten die Forschung: Diese sollte nicht auf frei zugänglichen Feldern stattfinden, sonder in den Labors, bis jeder Verdacht der Umweltschädigung ausgeräumt ist. (DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.2009)

 

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