Arbeitslosigkeit stark gestiegen

2. März 2009, 18:47
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Im Februar waren insgesamt 301.695 Menschen ohne Job

Wien - Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Februar dramatisch angestiegen. Gegenüber Februar 2008 stieg die Zahl der Jobsuchenden um 57.842 Personen oder 23,7 Prozent auf insgesamt 301.695 Betroffene an, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) mit. Besonders stark betroffen waren die Jobs von Männern, von Leiharbeitern, in der Industrie und am Bau.

Diese Konzentration auf Berufe, die in der freien Natur ausgeübt werden, gibt Helmut Hofer, Arbeitsmarktexperte beim Institut für Höhere Studien (IHS), Hoffnung. "Der Februar des Vorjahres und auch 2007 waren viel wärmer als heuer, da hat man schon am Bau begonnen zu arbeiten", sagt er. "Heuer ist das wegen des strengen Winters nicht der Fall. Aber natürlich darf man den hohen Anstieg bei der Arbeitslosigkeit nicht schönreden."

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung lag Ende Februar bei 8,3 Prozent und stieg damit im Jahresvergleich um 1,5 Prozentpunkte. Die zuletzt verfügbare EU-Quote vom Jänner betrug vier Prozent. Damit liegt Österreich innerhalb der EU weiterhin hinter den Niederlanden an zweitbester Stelle.

Die Arbeitslosigkeit nahm in allen Branchen zu. In der Baubranche lag die Zahl der Arbeitslosen um 15.240 Personen oder 31,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.

"Diesen Anstieg haben wir nicht erwartet", meinte AMS-Vorstand Johannes Kopf. Die Situation am heimischen Arbeitsmarkt ist "schon besorgniserregend".

Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft ruft die Sozialpartner auf den Plan. Die Sozialpartner fordern nun von der Regierung eine entschiedenere Umsetzung von Konjunkturbelebungsmaßnahmen, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung der WKÖ und der Gewerkschaft Bau-Holz. Neben Förderungen für ökologische Bauweisen werden fiskalische Anreize für Bauinvestitionen wie Stadterneuerungsmodelle, ein reduzierter Mehrwertsteuersatz, Investitionsprämien und bessere steuerliche Absetzbarkeit von Bauinvestitionen gefordert.

Vom kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit waren alle Bundesländer betroffen. Bedingt durch die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur fiel der Anstieg jedoch unterschiedlich stark aus. Den relativ stärksten Zuwachs gab es in Oberösterreich gefolgt von Salzburg.

Nach Branchen betrachtet zeigt sich folgendes Bild:

Der größte Arbeitslosenanstieg war im Bereich der Herstellung von Waren und damit bei der Arbeitskräfteüberlassung zu verzeichnen. In der Baubranche lag die Zahl der Arbeitslosen um 15.240 Personen oder 31,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. In anderen Branchen hingegen ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit vergleichsweise moderat. So stieg die Arbeitslosigkeit im Handel und im Tourismus vergleichsweise moderat. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 03.03.2009)

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