Reprogrammierte Stamm­zellen ganz ohne Risiko

2. März 2009, 18:19
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Kanadisches und britisches Forscherteam schaffen Durchbruch

Reprogrammierte Stammzellen ganz ohne Risiko
London - Es gibt Durchbrüche in der Wissenschaft, die überraschend kommen. Es gibt aber auch solche, die sehnsüchtig erwartet werden. Einen Durchbruch der zweiten Kategorie haben am Sonntag ein kanadisches und ein britisches Forscherteam in der britischen Wissenschaftszeitschrift "Nature" verkündet: Ihnen ist es erstmals gelungen, induzierte pluripotenten Stammzellen (iPS) herzustellen, die erstens keinen Virus als "Gentaxi" benötigen und zweitens kein fremdes Gen mehr enthalten. Beides verbat aufgrund der damit einhergehenden Tumorgefahr medizinischen Anwendung.

Die Forscher entwickelten nun in Kooperation eine völlig neue Technik: Sie benützten als Gentaxi statt Viren ein kurzes Stück speziellen Erbmaterials, das so genannte Transposon piggyBac. Und nachdem die vier Gene die Hautzellen reprogrammiert hatten, wurde der piggyBac- Abschnitt wieder aus dem Erbgut der Zellen herausgeschnitten. Die iPS-Zellen entwickelten sich anschließend in verschiedene Gewebe. Klon-Pionier Ian Wilmut warnte dennoch vor vorschnellen Hoffungen: "Es wird weiterhin Zeit brauchen, bevor diese iPS-Zellen Patienten gegeben werden können." (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 3. 3. 2009)

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