Nachfolger in den Startlöchern

2. März 2009, 17:48
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Ametsreiter präsumptiver Nachfolger für Nemsic

Wien - Für die Telekom Austria (TA) kommt der Abgang ihres Generaldirektors Boris Nemsic am 31. März zu VimpelCom nicht nur überraschend, sondern zur Unzeit. Wohl kann der Noch-General auf das beste Ergebnis in der dreizehnjährigen Geschichte der Mobilkom zurückblicken und er sieht "auch das Festnetz genordet". Österreichs größter Telekomkonzern steht aber vor gewaltigen Herausforderungen.

Die Kernmärkte Österreich und Südosteuropa sind gesättigt oder nähern sich der Sättigung und im Festnetz steht eine Rieseninvestition in Glasfaser an, die Fachleute auf zwei Milliarden Euro taxieren. Dass ihm der hochpolitische Streit um Rationalisierungen und den Abbau tausender unkündbarer Beamter im Festnetz zu mühsam geworden seien, bestreitet der 52-Jährige: "Ich glaube, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas Neues anzufangen."

Die Nachfolge will der staatliche Kernaktionär ÖIAG "in den nächsten Tagen regeln", dem Vernehmen nach findet die Aufsichtsratssitzung am Montag statt. Als Favorit gilt Multifunktionär Hannes Ametsreiter. Er ist Vorstandsdirektor für Marketing und Vertrieb sowohl in TA-Holding, als auch in Mobilkom als auch im TA-Festnetz. Allerdings fehlt der TA dann ein Techniker vom Kaliber des Boris Nemsic. Um Polit-Einfluss bei der Postenbesetzung hintanzuhalten, dürfte TA-Aufsichtsrats- und ÖIAG-Chef Peter Michaelis die durch Nemsics Abgang frei werdenden Doppelfunktionen als TA- und Mobilkom-Chef rasch nachbesetzen. Seitens der Kanzlerpartei war im Zusammenhang mit dem Streit über den Abbau von 2500 bis 3000 Arbeitsplätzen mit Chefpostenrochaden gedroht worden. Die Sorge der Aktionäre blieb überschaubar, TA-Aktien verbilligten sich um 1,45 auf 10,20 Euro. (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.2009)

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