Mädchen steigen in der Bildung eher auf

2. März 2009, 17:46
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59 Prozent schaffen Aufstieg - MigrantInnen erreichen selten höheres Bildungsniveau

Wien - In Österreich wird der Bildungsstatus zum Großteil vererbt: Haben die Eltern die Matura gemacht, tun das meist auch ihre Kinder (73 Prozent). Unter Kindern, deren Eltern keinen höheren Schulabschluss haben, sind es hingegen weit weniger, nämlich nur 39 Prozent. Wie der Montag Abend präsentierte PISA-Expertenbericht für Österreich zeigt, streben allerdings 23 Prozent der 15- und 16-Jährigen einen höheren Bildungsabschluß als den der Eltern an. Kinder mit Migrationshintergrund sind dabei stark unterrepräsentiert (neun Prozent).

Mehrheit der AufsteigerInnen kommt aus Hauptschule

Die Hauptschule wird von den BildungsexpertInnen als "Steigbügel des Bildungsaufstiegs" bezeichnet, der auch Kindern aus bildungsfernen Familien den Umstieg in eine maturaführende Schule ermöglicht. Die Studie zeigt, dass tatsächlich die Mehrheit der potenziellen BildungsaufsteigerInnen (62 Prozent) aus der Hauptschule kommt. Die Möglichkeit, nach der Hauptschule eine höhere Schule zu besuchen, sei daher "von besonderer Relevanz". Bei guten HauptschülerInnen, deren Leistung vergleichbar mit jener von AbsolventInnen der AHS-Unterstufe ist, sind MigrantInnen allerdings nur mit unter fünf Prozent vertreten.

Berufsbildende Höhere Schule besonders gefragt

Ein kleinerer Teil (38 Prozent) der BildungsaufsteigerInnen ist bereits direkt nach der Volksschule auf ein Gymnasium gewechselt. Auch später wollen nur verhältnismäßig wenige BildungsaufsteigerInnen die Matura an der AHS absolvieren: ein Drittel wechselt nach der AHS-Unterstufe in eine Berufsbildende Höhere Schule. Von jenen AufsteigerInnen, die eine Hauptschule besucht haben, wählen gut drei Viertel (74 Prozent) eine BMHS.

Mehrheit der AufsteigerInnen Mädchen

59 Prozent der BildungsaufsteigerInnen sind Mädchen, in der Referenzgruppe (Kinder, deren Eltern keine Matura haben und die auch selbst keine anstreben) überwiegen indes die Burschen. Und es sind vor allem Kinder aus Familien mit einem besseren sozioökonomischen Status als jene aus der Referenzgruppe, die eine höhere Schulbildung anstreben - das heißt die Eltern der BildungsaufsteigerInnen haben durchschnittlich ein höheres Einkommen, eine höhere Bildung und arbeiten in Berufen mit höherem Status. (APA)

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