Hinhaltetaktik der EU schickt Ostwährungen auf Talfahrt

2. März 2009, 17:32
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Wien/Prag - Die Ablehnung eines Osthilfepakets durch die Europäische Union beim Sondertreffen ihrer Staats- und Regierungschefs am Sonntag hat den Währungen der Region am Montag arg zugesetzt. "Die Märkte werden weiter auf eine starke politische Reaktion drängen", erklärte Nomura-Analyst Peter Attard Montalto.

Die Devisenschwäche trifft insbesondere hunderttausende Kreditnehmer in der Region, deren Konditionen sich verschlechtern. So hat beispielsweise der polnische Zloty im Vergleich zu seinem Höchststand im Vorjahr um 50 Prozent abgewertet. Am Montag ging die Devise zum Euro um 1,7 Prozent zurück. Am stärksten waren die Reaktionen an den Märkten in Ungarn, wo der Forint zum Euro um 2,5 Prozent absackte. Das Land hatte am Sonntag für die Errichtung eines 180 Mrd. Euro fetten EU-Hilfsfonds für Zentral- und Osteuropa plädiert, blitzte mit der Forderung aber ab. Die tschechische Krone gab um ein Prozent nach. Lediglich der rumänische Leu legte zu, weil auf eine Intervention der Notenbank spekuliert wird.

Händler verweisen darauf, dass Länder mit einer Währungsbindung wie Lettland und Bulgarien dem Druck der Märkte nicht mehr standhalten könnten. Lettland musste in der Vorwoche 40 Mio. Euro zur Stützung der eigenen Devisen aufwenden. (red, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.2009)

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