Geheimer Investor kauft Forderungen von MEL-Anlegern

2. März 2009, 17:32
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Überraschende Wende bei Atrium

Wien - In der Causa Meinl European Land (MEL, heute Atrium) hat es erneut eine überraschende Wende gegeben: Ein Investor hat einer größeren Gruppe von Anlegern ihre Meinl-Zertifikate abgekauft, berichtet die Kleine Zeitung. Das Geschäft lief über die Kanzlei des Anwalts und Ex-Justizministers Dieter Böhmdorfer, der zahlreiche Anleger gegen Meinl vertreten hat.

Wer als Käufer hinter dem Deal steht, mit dem auch die Forderungen und damit mögliche Klagen abgegolten worden sein sollen, gilt als streng geheim. Auch über den Preis für den Kauf sei "strengstes Stillschweigen" vereinbart worden - verbunden mit millionenschweren Konventionalstrafen. In Finanzkreisen hält sich das Gerücht, dass Julius Meinl V. selbst hinter dem Deal steht.

Wie der Standard erfahren hat, sollen 13 bis 15 Euro je MEL-Zertifikat bezahlt worden sein, was rund 80 Prozent der Kursverluste abgelten solle. An der Börse sind die Zertifikate derzeit für 1,34 Euro zu haben, im Juni 2007 stand MEL beim bisherigen Höchstkurs von 21,30 Euro je Papier.

Aus Juristenkreisen war zu hören, dass etliche hundert Anleger ihre Papiere an den unbekannten Investor abgegeben haben sollen. Die Meinl Bank wollte zu diesem Thema nicht Stellung nehmen. "Gerüchte kommentieren wir nicht" , sagte ein Sprecher des Unternehmens. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 03.03.2009)

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