Asteroid 2009 DD45: Neu entdeckt und nahe an der Erde vorbei gerauscht

2. März 2009, 16:21
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Ein Fünftel des Abstandes zwischen Erde und Mond trennte uns von dem kosmischen Geschoss

Berlin - In einer Entfernung von nur rund 70.000 Kilometern - weniger als einem Fünftel des Abstandes zwischen Erde und Mond - ist am Montag ein neu entdeckter Asteroid an der Erde vorbeigerast. Den Durchmesser des Asteroiden mit der Bezeichnung 2009 DD45, der erst am vergangenen Freitag von Australien aus entdeckt worden war, schätzen Forscher auf 21 bis 47 Meter, wie die US-Weltraumbehörde NASA auf ihrer Internetseite mitteilte. Dies entspricht etwa der Größe des Asteroiden, der mit dem sogenannten Tunguska-Ereignis vom 30. Juni 1908 in Zusammenhang gebracht wird: Damals wurde in Sibirien auf mehr als 2.000 Quadratkilometern 80 Millionen Bäume umgeknickt - als Ursache wird die Explosion eines einschlagenden Asteroiden vermutet.

Die Gefahr eines Impacts von 2009 DD45 bestand nicht, Wissenschafter schätzen allerdings, dass ein Brocken dieser Größe etwa alle tausend Jahre mit der Erde kollidiert. Erst im vergangenen Oktober war ein allerdings deutlich kleinerer Asteroid als Feuerball über dem Sudan niedergegangen. Dieser Brocken mit wenigen Metern Durchmesser war erst einen Tag zuvor entdeckt worden.

Einer von vielen

Von der Erde aus gesehen zog 2009 DD45 bei seiner größten Annäherung als nur in Teleskopen erkennbares Lichtpünktchen durch das Sternbild Jungfrau, das in unseren Breiten zu diesem Zeitpunkt weit unter dem Horizont stand. "Asteroiden der Größe von 2009 DD45 ziehen ziemlich regelmäßig an der Erde vorbei", sagte der Planetologe Alan Harris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Zu einer Kollision kommt es nur selten."

Kleinere Asteroiden wie 2009 DD45 gibt es im All demnach deutlich häufiger als die großen Brocken mit Durchmessern von mehreren hundert Metern oder gar im Kilometerbereich. "Je kleiner die Objekte sind, desto mehr davon gibt es", sagte der Wissenschafter vom Institut für Planetenforschung in Berlin. "Bei den kleineren Brocken handelt es sich um Bruchstücke von Kollisionen, die sich im Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter abgespielt haben."

Kosmische Geschoße mit einem Durchmesser bis zu 50 Metern verglühen je nach ihrer Zusammensetzung in der Regel in der Erdatmosphäre. "Größere können auf jeden Fall gefährlich werden", unterstrich Harris. Mit dem Einschlag eines Ein-Kilometer-Brockens ist laut NASA einmal im mehreren hunderttausend Jahren zu rechnen. Seit Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asteroiden auf dem Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken. Erwartungsgemäß haben sie dabei eine Fülle erdnaher Objekte entdeckt, sogenannte NEOs. Zu ihnen zählt nun auch 2009 DD45.

Close Encounters

Im Jahr 2029 wird sich ein deutlich größerer Asteroid als 2009 DD45 der Erde noch stärker annähern: Der etwa 270 Meter große 99942 Apophis hatte in den vergangenen Jahren für einigen Rummel gesorgt, weil nach ersten Berechnungen auch die Möglichkeit eines Einschlags auf der Erde zu bestehen schien - was wegen seiner Größe verheerende Folgen nach sich ziehen würde. Dieses Risiko wurde jedoch mit weiteren Untersuchungen als immer unwahrscheinlicher beziffert. Nach aktuellem Stand wird der Asteroid die Erde in einem Abstand von etwa 30.000 Kilometern passieren. Den bisherigen Annäherungsrekord hält der 30 Meter durchmessende Asteroid 2004 FH, der im Jahr 2004 auf etwa 42.000 Kilometer herankam. (APA/red)

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