Nervosität nach Talfahrt

3. März 2009, 12:53
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Der Dow Jones sackte gestern erstmals seit 1997 unter 7.000, der S&P-500 unter 700-Punkte, Europas Börsen reagieren heute skeptisch

Nach den massiven Abschlägen am Vortag präsentierten sich die Leitbörsen in Europa am Dienstag mehrheitlich freundlich. Im Sog nachgebender US-Futures ist der Dax aber am Dienstag ins Minus gerutscht. Nach einem anfänglichen Plus von bis zu einem Prozent notierte der Leitindex gegen Mittag 0,6 Prozent schwächer bei 3686 Punkten.

Marktbeobachtern waren ohnedies skeptisch, ob sich die Gegenbewegung als nachhaltig erweise, denn an der fundamentalen Basis habe sich nichts geändert. Vor allem Rohstoffwerte konnte sich von ihren Vortagesverlusten etwas erholen.

Der Fließhandelsindex ATX pendelt nach einem freundlichen Start zu Mittag unentschlossen zwischen Minus und Plus (Um 12: 00 Uhr bei 1417,77, - 0,00 Prozent).

Schwarzer Montag in New York

Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag mit massiven Kurseinbrüchen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index rasselte um 299,64 Punkte oder 4,24 Prozent auf 6.763,29 Einheiten. Damit rutschte der weltbekannteste Börsenindex erstmals seit dem Jahr 1997 unter die Marke von 7.000-Punkte und schloss auf dem tiefsten Kursniveau seit April 1997.

Der S&P-500 Index rutschte um 34,27 Punkte (minus 4,66 Prozent) auf 700,82 Zähler ab. Im Verlauf durchbrach der S&P-500 erstmals seit dem Oktober 1996 die 700-Punkte-Marke nach unten. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 54,99 Einheiten oder 3,99 Prozent auf 1.322,85 Zähler.

Verluste im Bankensektor

Die Wall Street hat ihre Talfahrt der vergangenen Wochen damit weiter beschleunigt. Massive Verluste im Bankensektor schickten die Indizes weit ins Minus. "Der Ton aus dem Finanzsektor bleibt düster und die Risiken der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bleiben hoch", sagte ein Marktstratege. Die Nervosität der Anleger sei mit Blick auf eine Woche voller Daten wie beispielsweise den Arbeitsmarktbericht am Freitag sehr groß. Das lasse sich auch gut am "Angstindex", dem Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX), ablesen, der um rund 18 Prozent kräftig zulegte.

Auch die europäischen Aktienmärkte schlossen am Montag mit deutlichen Verlusten: Der ATX verlor bis zum Handelsschluss 4,33 Prozent auf 1.417,46 Punkte. Der DAX in Frankfurt schloss mit Verlusten von 3,48 Prozent bei 3.710,07 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2003. Der Euro-Stoxx-50 gab. Der Euro-Stoxx-50 gab um 4,73 Prozent nach. Auch der Ölpreis ist in New York um fast zehn Prozent gefallen.

Konjunkturerholung beginnt vor Jahresende

Die US-Wirtschaft wird nach Einschätzung eines hochrangigen US-Notenbankers bis zum Jahresende den Beginn einer Erholung erleben. "Wir werden bis zum Ende des Jahres etwas Schwung sehen, mindestens etwas positiven Schwung", sagte der Präsident der Federal Reserve von Richmond, Jeffrey Lacker, am Montag. Letztendlich würden die Haushalte ihre Kaufzurückhaltung aufgeben und damit zur Belebung der Wirtschaft beitragen. (red/APA)

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    Von AIG ist nicht mehr als ein gerupftes Huhn übrig, der Bärenmarkt kommt in Fahrt.

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