Spanierin nach Stromschlag im Tiefschlaf

2. März 2009, 15:11
8 Postings

Zustand stabil, aber kritisch - Frau wollte mit Studenten Choreografie einstudieren

Salzburg - Jene Studentin, die am vergangenen Samstag in der Stadt Salzburg beim Tanzen auf einem Waggon in den Stromkreis der ÖBB-Hochspannungsleitung geraten ist, wird noch einige Zeit im künstlichen Tiefschlaf liegen. "Ihr Zustand ist erfreulicherweise stabil, aber auf einem kritischen Niveau", sagte am Montag Oberarzt Herbert Haller vom Unfallkrankenhaus Linz.

Etwa die Hälfte der Hautoberfläche der 23-jährigen Spanierin ist verbrannt. Eine akute Lebensgefahr bestehe derzeit nicht, erklärte der Spezialist. Allerdings könnten jederzeit Komplikationen durch Infektionen auftreten. Wann die Patientin aus dem künstlichen Koma geholt wird, konnte Haller nicht sagen.

Die junge Frau wollte zusammen mit vier Studenten einer Salzburger Tanzakademie eine Choreografie im freien Raum einstudieren. Sie war für ihre Tanzeinlage auf den Eisenbahn-Waggon geklettert, hatte aber nicht bedacht, dass allein schon bei einer Annäherung an die 15.000 Volt-Leitung der Strom auf den Körper überschlagen kann.

Obwohl der Leiter des Kriminalreferates im Stadtpolizeikommando, Andreas Huber, keine Hinweise auf eine strafbare Handlung feststellen konnte, wird ein Bericht über den Unfall an die Staatsanwaltschaft übermittelt. "Leider Gottes gibt es Nachahmungstäter, wenn darüber in den Medien berichtet wird", zeigte sich ÖBB-Sprecher Johannes Gfrerer besorgt. In den meisten Fällen handle es sich aber um Mutproben von Jugendlichen, die unter Lebensgefahr auf die Waggons steigen. (APA)

Share if you care.