Rapidbuben fordern Austriabuben

2. März 2009, 13:55
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Viertelfinal-Duell zwischen Amateuren der Wiener Erzrivalen - Violette Profis bekommen es mit Sturm zu tun - Top-Clubs der zweiten Liga gegen Bundesligisten

Wien - Die erste englische Fußball-Woche in Österreich 2009 hat am Dienstag im ÖFB-Cup mit Sturm Graz gegen Titelverteidiger Austria Wien einen Schlager sowie mit drei Duellen eines "Davids mit einem Goliath" Interessantes zu bieten. Der Kapfenberger SV fordert daheim FC Wr. Neustadt, FC Admira hat SV Ried zu Gast und in Hütteldorfer kommt es zwischen Rapid und Austria zu einem Viertelfinal-Vergleich der Amateure der Lokalrivalen.

Grünweiß gegen Violett hat immer Etwas zu bieten, auch dann wenn beide Teams heuer noch kein Pflichtspiel in den Beinen haben. Der Ostliga-Start mit den sechstplatzierten Rapidlern fiel dem Schlechtwetter zum Opfer, die Erste Liga wird nach der Winterpause erst am kommenden Wochenende fortgesetzt. Vor allem die Rapid-Amateure haben sich viel vorgenommen, wollen sie doch Grün-Weiß nach dem Achtelfinal-Aus der Profis gegen SV Ried würdig und erfolgreich vertreten.

Reisinger hofft

"Meine Burschen hätten es sich verdient, vor 4.000 bis 5.000 Zuschauern zu spielen. Mit den Fans im Rücken ist sicher eine Sensation möglich. Ein Aufstieg ins Semifinale wäre ein Traum, etwas Einmaliges in der grünweißen Amateur-Geschichte", meinte Trainer Andreas Reisinger, der mit seinen Schützlingen wie zuletzt die Salzburger "Junior-Bullen" 2007 (1:1 und 1:3 Elferschießen im Halbfinale gegen Austria Wien) als Amateure in die Runde der letzten Vier einziehen wollen.

Die in der Ersten Liga auf Platz fünf aufscheinenden Austrianer, die im Achtelfinale noch unter Thomas Janeschitz auswärts sensationell durch ein 2:1 Vizemeister und Titelfavorit Red Bull Salzburg eliminiert hatten, fiebern ebenfalls schon seit Tagen dem kleinen Derby entgegen. "Wir wollen unbedingt den Aufstieg schaffen und werden alles dafür geben", versprach Trainer Hans Dihanich.

Dihanich: "Knappe Angelegenheit"

Er sieht keinen klaren Favoriten. Rapid habe Heimvorteil, Austria spiele eine Liga höher, für beide Teams sei es das erste Pflichtspiel nach der Winterpause. "Das wird eine knappe Angelegenheit", so der violette Piccolo-Feldherr, dessen Schützlinge in der Vorbereitung acht Siege in zehn Testspielen feierten.

Einen spannenden Vergleich zwischen erster und zweiter Bundesliga bringen die Partien in Kapfenberg und in der Südstadt. Die Steirer empfangen FC Wr. Neustadt, den Tabellenführer der ADEG-Liga, der Tabellenzweite Admira hat die SV Ried zu Gast. "Wr. Neustadt, Admira, auch St. Pölten und Innsbruck sind von der Leistungsstärke her ungefähr wie die hinteren Clubs der Tipp3-Liga. Da gebe ich Pari-Chancen", erklärte Ried-Trainer Paul Gludovatz.

Die Rieder, die im Achtelfinale Meister Rapid aus dem Bewerb warfen, haben bereits zwei Spiele in den Beinen, während Admira erst am Freitag in die Liga startet. Nach einem 2:2 gegen Mattersburg gab es gegen Rapid eine 0:1-Niederlage. "Von der Leistung war es okay, bei den Ergebnissen gehen drei Punkte ab", so Gludovatz, der für die Cup-Partie allerdings einige Personalsorgen hat. So sind mit den Verteidigern Stocklasa und Burgstaller sowie den Mittelfeldspielern Brenner und Mader gleich vier Stammspieler des Cupsiegers von 1998 gesperrt.

"Ein typisches Schoko-Team"

"Admira ist ein kompaktes Team, ein typisches Schoko-Team", so der Ried-Trainer in Anspielung auf die Handschrift seines Gegenübers Walter Schachner. Gute Viererkette und drei sehr gute Stürmer mit Ledezma, Hanikel und Friesenbichler hat Gludovatz bei seiner Beobachtung ausgemacht. Schachner sieht sein Team dennoch in der Außenseiterrolle. "Die Rieder haben den Vorteil, dass sie schon zwei Spiele in den Beinen haben. Das ist eine gestandene Bundesliga-Mannschaft. Ried hat auch genug Leute, die können jeden Spieler kompensieren. Deshalb stehen sie in der obersten Liga so gut da. Aber wir wollen unsere Chance nützen", sagte Schachner. Entscheidend sei, wie man das höherklassige Team erwischt.

Wr. Neustadt-Trainer Helmut Kraft sieht die Cup-Aufgabe in Kapfenberg "als idealen Frühjahrsstart". Denn die Partie in der Steiermark stelle eine perfekte Standortbestimmung vor dem Auftakt der ADEG-Erste-Liga am Samstag daheim gegen Austria Lustenau dar. "Natürlich wollen wir die nächste Runde erreichen. Aber unser großes Saisonziel ist ganz klar der Meistertitel", stellte der Coach des Erstliga-Tabellenführers klar.

Die Kapfenberger sieht Kraft im direkten Duell nicht zuletzt aufgrund des Heimrechts und ihres tollen Frühjahrsstarts als 60:40-Favorit. "Für uns ist es eine willkommene Abwechslung, einmal nicht Favorit zu sein. Kapfenberg präsentiert sich derzeit defensiv fast fehlerfrei und mit viel Selbstvertrauen und kontert sehr schnell", so Kraft, dessen Nummer-eins-Stürmer Sanel Kuljic nach einem Sehneneinriss in der Wade noch nicht fit für die volle Distanz ist und zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen wird.

Für Kapfenberg hätte es bis dato im Jahr 2009 nicht besser laufen können - 2:1 gegen Austria Kärnten und 3:1 im Derby gegen Sturm Graz. Wenig überraschend mahnte Trainer Werner Gregoritsch trotz des Erfolgslaufs sofort wieder volle Konzentration und Bodenhaftung ein. "Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und glauben, dass wir spielerisch so stark sind", erklärte Gregoritsch. (APA)

RAPID AMATEURE - AUSTRIA AMATEURE (Dienstag, Hanappi-Stadion, 19.30 Uhr, SR Thomas Pammer/OÖ):

Rapid: Lukse/Uzun - Schöberl, Jusic, Holzmeier, Sakic - Bergmann, Sandic, Fröschl, Tosun/Palla - Gartler, Trimmel. Ersatz: Uzun/Kovacevic - Mohr, Huber, Toth, Muhr, Ildiz, Nagy, Sütcü, Luxbacher, Ciftci, Jicinsky

Es fehlen: Prosenik, Terzic (beide verletzt)

Austria: Böcskör - Schöpf (Haselberger), Ramsebner, Rathfuss, Leovac - Schriebl, Bichelhuber (Freitag), Korsos, Dimic - Mössner, Tadic. Ersatz: Jakubov - Lerner, Freitag, Cetiner, B. Sulimani, Weiß, Kummerer, Harrer, Gorgon

Fraglich: Harrer, Schöpf, Bichelhuber (alle verletzt)

SV Kapfenberg - FC Wr. Neustadt (Dienstag, Franz-Fekete-Stadion, 18.00 Uhr, SR Lechner):

Wr. Neustadt: Fornezzi - Dunst, Johana, Margreitter, Erbek - Wolf, Reiter, Kolousek, Simkovic - Aigner, Kurtisi. Ersatz: Razenböck - Kuljic, Klapf, Burgstaller, Martinez, Hauser, Grünwald, Ari, Stanislaw, Felix

Es fehlt: Sadovic (Muskelfasereinriss)

Kapfenberg: Eisl - Schönberger, Fukal, Taboga, Osoinik - Siegl, Sencar, Felfernig, Schellander - Zimmerman, Pavlov. Ersatz: Susko - Liendl, Kozelsky, Pejic, Milosevic, Hüttenbrenner, Lienhart, Wieger, Bernsteiner

Es fehlen: Akoto, Erkinger, Stepanek, Rauscher, Pitter (alle verletzt oder rekonvaleszent)

FC Trenkwalder Admira - SV Josko Ried (19.00, Südstadt, Trenkwalder-Arena, SR Krassnitzer)

Admira: Mandl - Dospel, Dibon, Horvath, A. Schicker - R. Schicker, Hota, Toth, Friesenbichler - Hanikel, Ledezma

Ersatz: Kral - Laschet, Zakany, Cemernjak, Fürthaler, Morgenthaler, Pusic

Es fehlen: Keine

Ried: Gebauer - Hadzic, Glasner, Kovacevic, Kujabi - Lexa, Hackmair, Drechsel, Berger/Yeray - Salihi, Nacho

Ersatz: Auer - Pllana, Bammer

Es fehlen: Brenner, Stocklasa, Burgstaller, Mader (alle gesperrt)

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