Wie Microsoft unsere Zukunft gestalten will

2. März 2009, 13:09
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In Zukunft steht uns im Büro und an Rezeptionen nach Vorstellungen von Microsoft die virtuelle Assistentin Laura zur Seite

Wer sich keinen menschlichen Assistenten leisten kann, trägt in Zukunft vielleicht dem VPA - dem Virtual Personal Assistant - auf, einen Tisch im Restaurant oder ein Flugticket für die nächste Geschäftsreise zu buchen. Microsoft arbeitet an virtuellen Assistenten und Rezeptionisten, die intelligent sein sollen und sich auf ihr Gegenüber einstellen können. VPA Laura kann beispielsweise erkennen, ob eine Person ungeduldig ist. Die Redmonder haben vergangene Woche auf dem TechFest 2009 einen Blick in die Zukunft gewagt.

Software mit Menschenverstand

Laura soll nicht nur Informationen abrufen und wiedergeben, sondern mit "Menschenverstand" beurteilen können, was sich Menschen wünschen, erklärt Microsoft-Forscher Eric Horvitz gegenüber der New York Times. So soll Laura auch erkennen, wenn sich Menschen miteinander unterhalten und darauf schließen, dass es sich dabei um eine Gruppe handelt.

Acht-Kern-Chip erforderlich

Bislang handelt es sich bei Laura, die vorerst nur als Gesicht auf dem Computerbildschirm in Erscheinung tritt, allerdings nur um einen Prototypen. Fraglich ist, ob Laura mit den derzeitigen Anforderungen tatsächlich umgesetzt wird. Die virtuelle Assistentin benötigt einen Prozessor mit acht Kernen, um allen Anforderungen an Grafik und künstliche Intelligenz gerecht zu werden.

Stärkere Intel-Chips

Bei der nötigen Rechenleistung für derartige Software mit Sprach- und Gesichtserkennung tritt Intel auf den Plan. Der Chip-Hersteller arbeitet an besonders kleinen Prozessoren, die bald die nötige Leistung bringen sollen. Bis 2013 sollen die Systeme 50- bis 100-mal stärker sein als noch heute, erwartet Craig Mundie, Chief Research and Strategy Officer in Redmond.

Intelligenter Aufzug und virtueller Arzt

Neben virtuellen Assistenten wie Laura könnte es in Zukunft laut Mundie auch einen intelligenten Aufzug geben, der die Türen erst schließt, wenn ein Gespräch zwischen einer Person im Inneren und einer Person außerhalb des Fahrstuhls beendet ist. Auch ein virtueller Arzt ist denkbar, der bei leichteren medizinischen Problemen hilft. Diese Technologie soll auf verschiedenen Endgeräten zur Verfügung stehen, nicht nur am Computer.

Quer durch die Galaxis

Microsoft hat zudem ein Projektions-System entwickelt, mit dem Nutzer große Video-Bilder mit ihren Händen bewegen können. Die Forscher haben eine Ansicht des Universums erstellt, in der Nutzer beispielsweise in die Milchstraße oder auf die Oberfläche eines Planeten zoomen können. Das System könnte sowohl im Unterricht als auch auf der Xbox zum Einsatz kommen. Microsoft sieht die digitale Zukunft offenbar abseits traditioneller Computer. Und so will Intel seine Atom-Chips in Zukunft laut dem Bericht nicht mehr nur in Netbooks, sondern auch in Robotern oder Autos verbauen. (red)

  • Laura kann ihr menschliches Gegenüber einschätzen.
    foto: microsoft

    Laura kann ihr menschliches Gegenüber einschätzen.

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    Eine andere Technologie von Microsoft erlaubt es, sich durch die Milchstraße zu hangeln.

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