Migranten erreichen selten höheres Bildungsniveau als ihre Eltern

2. März 2009, 17:39
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Jeder vierte Schüler will höheren Bildungsabschluss als Eltern - Vor allem Mädchen erfolgreich bei Höherqualifizierung

Wien - In Österreich wird der Bildungsstatus zum Großteil vererbt: Haben die Eltern die Matura gemacht, tun das meist auch ihre Kinder (73 Prozent). Unter Kindern, deren Eltern keinen höheren Schulabschluss haben, sind es nur 39 Prozent. Wie der Montag Abend präsentierte PISA-Expertenbericht für Österreich zeigt, streben allerdings 23 Prozent der 15- und 16-Jährigen einen höheren Bildungsabschluß als den der Eltern an. Kinder mit Migrationshintergrund sind dabei stark unterrepräsentiert (neun Prozent).

"Steigbügel des Bildungsaufstiegs"

Die Hauptschule wird von den Bildungsexperten als "Steigbügel des Bildungsaufstiegs" bezeichnet, der auch Kindern aus bildungsfernen Familien den Umstieg in eine maturaführende Schule ermöglicht. Die Studie zeigt, dass tatsächlich die Mehrheit der potenziellen Bildungsaufsteiger (62 Prozent) aus der Hauptschule kommt. Die Möglichkeit, nach der Hauptschule eine höhere Schule zu besuchen, sei daher "von besonderer Relevanz". Bei "guten" Hauptschülern, deren Leistung vergleichbar mit jener von Absolventen der AHS-Unterstufe ist, sind Migranten allerdings nur mit unter fünf Prozent vertreten.

Nur ein geringerer Anteil (38 Prozent) der Bildungsaufsteiger ist bereits direkt nach der Volksschule auf ein Gymnasium gewechselt. Auch später wollen nur verhältnismäßig wenige Bildungsaufsteiger die Matura an der AHS absolvieren: ein Drittel wechselt nach der AHS-Unterstufe in eine Berufsbildende Höhere Schule. Von jenen Aufsteigern, die eine Hauptschule besucht haben, wählen gut drei Viertel (74 Prozent) eine BMHS.

Mehr Mädchen steigen auf

59 Prozent der Bildungsaufsteiger sind Mädchen, in der Referenzgruppe (Kinder, deren Eltern keine Matura haben und die auch selbst keine anstreben) überwiegen indes die Burschen. Und es sind vor allem Kinder aus Familien mit einem etwas besseren sozioökonomischen Status als jene aus der Referenzgruppe, die eine höhere Schulbildung anstreben - das heißt die Eltern der Bildungsaufsteiger haben durchschnittlich ein höheres Einkommen, eine höhere Bildung und arbeiten in Berufen mit höherem Status. (APA)

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