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Präsident Joao Bernado 'Nino' Vieira wurde am Montag im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bissau erschossen. Die Ermordung des Präsidenten sei das Werk einzelner Soldaten.

Bissau - Nach dem Mord am Präsidenten hat auf Guinea-Bissau das Militär die Macht übernommen. Die Lage sei unter Kontrolle, erklärten die Streitkräfte am Montag. Ranghohe Offiziere hätten ein Komitee zur Bewältigung der Krise gebildet.
Drogenhandel und Korruption
Die Gründe für den aktuellen Putsch sind vielschichtig: Zum einen gehe es derzeit um die Verteilung der Einnahmen aus dem Drogenhandel. Guinea-Bissau entwickle sich mehr und mehr zum "Narco-State" - also zum Drogenumschlagplatz. Columbianische Drogenkartelle nutzen das Land als Drehscheibe für den Kokainschmuggel nach Europa. Auch Flüchtlingsboote auf dem Weg nach Europa starten oft von dem westafrikanischem Land.
"Büchse der Pandorra"
Aber auch Rivalitäten zwischen den ethnischen Gruppen spielen eine Rolle. Hinzu kommen interne Rivalitäten in der Armee. "Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass es zu einem Bürgerkrieg kommt", befürchtet Dirk Kohnert vom GIGA-Institut für Afrikastudien in Hamburg. Kohnert fordert militärisches Eingreifen der UN. "Das hat sie schon mal gemacht und sie wäre auch gut beraten das noch mal zu tun". Guinea-Bissau sei eine "Büchse der Pandora". Der Konflikt könne sich leicht auf Nachbarstaaten übertragen.
Kleines Land, großer Einfluss
Guinea-Bissau liegt an der Westküste Afrikas und ist nur knapp 36.000 Quadratkilometer groß - etwa so groß wie Belgien. "Die Bedeutung des Landes geht allerdings über seine Größe hinaus", sagt Kohnert. Es sind immer wieder Denkanstöße für die gesamte Region aus Guinea-Bissau gekommen. Kohnert: "Die Entwicklungen in Guinea-Bissau haben auch die Befreiungskämpfe in Angola und Mozambique und selbst die Nelkenrevolution in Portugal beeinflusst." Der Grund für die Bedeutung des westafrikanischen Staates mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern ist die historische Entwicklung des portugiesischen Kolonialreiches. Guinea-Bissau war eine der ersten portugiesischen Kolonien.
Militärputsch an der Tagesordnung
Guinea-Bissau ist ein von Bürgerkriegen und Militärputschen geprägtes Land. Immer wieder kam es seit der Unabhängigkeit von der ehemaligen portugiesischen Kolonie im Jahr 1974 zu gewaltsamen Machtwechseln. Auch der am Montag vermutlich von den Militärs ermordete Präsident Joao Bernardo Vieira hat sich 1980 mit Hilfe des Militärs an die Macht geputscht. In den darauffolgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Attentatsversuche auf Vieira, der von 1980 bis 1999 durchgehend an der Macht war. In diesem Jahr wurde auch er aus dem Amt geputscht. 2005 kehrte er aus seinem portugisischem Exil zurück und gewann die Präsidentschaftswahlen. Unumstritten war Vieira trotzdem nicht: Zuletzt entging er Ende vergangenen Jahres einem Mordversuch.
Tropf der Entwicklungshilfe
Guinea-Bissau verfügt kaum über natürliche Ressourcen mit denen es möglich wäre Reichtum zu erwirtschaften. "Außerdem ist das Staatsgebilde korrupt. Es gibt interne Grabenkämpfe über die Einnahmen aus dem Drogenhandel", sagt Kohnert. Über den aktuellen Putsch ist zwar wenig bekannt, aber man könne davon ausgehen, dass die Armee involviert ist.
Wirtschaftlich hängt das Land derzeit am Tropf der Entwicklungshilfe. Diese Gelder werden zum Teil für Interessen Einzelner eingesetzt oder finanzieren die Wünsche von Regierungsfürsten und nicht zur Bekämpfung der Armut. Das Land liegt an 171. Stelle des aktuellen UN-Human Development Index (HDI). Insgesamt wurden im Jahr 2008 179 Länder bewertet. Der HDI misst die Entwicklung von Ländern anhand von Kriterien wie BIP pro Kopf, Analphabetenrate und Kindersterblichkeit.
Fremdlinge und eigene Helden
Unruhen gab es immer wieder seit 1974, als Guinea gemeinsam mit dem Inselstaat Kap Verde für Unabhängigkeit kämpfte. 1980 putschte sich Vieira in Guinea-Bissau gegen den damaligen Präsidenten Luis Cabral an die Macht. Pläne für eine Vereinigung mit Kap Verde waren damit hinfällig. „Nachdem die Kapverdianer in den 1980er Jahren hinausgedrängt wurden, kam es zu Verteilungskämpfen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen", erklärt Kohnert. (APA/mka, derStandard.at, 2.3.2009)
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ihr habt keine hintergrundinfos über afrika. über afrika wird erst dann berichtet, wenn es ein erreignis gibt, was mit hunger, kirieg und katastrophe zu tun hat. eben schlagzeilen, die sich besser verkaufen lassen. ursachen spielen dabei keine rolle. vorurteile werden schlicht und einfach bedient
.... man könnte schon sagen,in fast ganz Afrika, diese Korruption, die Gewalt und den Neid gelernt? Und woher haben die Militärs immer wieder die modernsten Waffen? Alle regen sich über einen Putsch auf, aber niemand will Waffenlieferungen einfach unterbinden! Und meist sind gerade diejenigen afrikanischen Politiker besonders korrupt, die eine europäische oder amerikanische "Erziehung" genossen haben... Und die Kolonialzeit hat alle alten Strukturen vernichtet, alte Rituale und soziale Mechanismen zerstört...
aber in afrika anscheinend garnicht. wenn man schon so pauschalisieren will, dann sicher nicht so. die muslimischen volksteile haben meist eine händler- oder hirtenkultur. keine von beiden schafft jobs.
vor allem die händler sind schädlich, weil sie die handelsbilanzen ruinieren.
in niger zum beispiel, haben die händler druck auf die regierung ausgeübt einer neuen pasta-waren fabrik keine lizenz zu geben - damit sie weiter aus dem ausland importieren konnten. resultat: nudeln teuer, mehr importe als exporte, armut im land und dicke geländewagen vor den villen der händler.
Hier wird die alte schwarzafrikanische Ausrede wiederholt. Dass nämlich die bösen Kolonialmächte alles Leid und Übel in der Region verursachten. Auch wenn es noch so oft erzählt wird - aus begreiflichen Gründen - sollte man diesem Märchen hier nicht auf den Leim gehen.
Afrika könnte sich selbst ernähren, Afrika hat Milliarden an Hilfsgeldern verschlampt und in falsche Kanäle gelenkt. Kaum ein Land kann da als Musterland und ordentliche Demokratie bezeichnet werden und wo es das war, wie gerade eben in Südafrika, ist ein korrupter Gewerkschafter dabei, den afrikanischen Normalzustand wiederherzustellen.
Diktaturen, Kleptokraten, Analphabetismus, geringe Lebenserwartung. Das eine mal mehr, das andere weniger, aber das ist normal da.
Demokratien wie wir sie in Westeuropa haben haben Jahrhunderte gebraucht sich zu entwickeln. Der Weg von der absoluten Monarchie war ein langer und blutiger. Man kann sich nicht erwarten dass es in Afrika von heute auf morgen funktionierende Nationalstaaten gibt. Die Kolonialzeit hat sicher Ausbeutung gelehrt, keine Frage, aber tun wir nicht so als ob das Ursache für alles wäre. In Afrika ist man seiner Familie und seinem Clan nun mal viel näher als den künstlichen Staatsgebilden; Korruption ist da nur logisch.
Nur waren das eben andere europäische Mächte (wenn man vom ottomanischen Reich mal absieht). Und auch damals ging es nur darum, seine Macht zu erhalten oder auszubauen.
Aber glauben Sie ernthaft daran, dass vor der Ankunft der Europäer Afrika ein Paradies war? Wenn ja, sollten Sie sich ernsthaft mit der afrikanischen Geschichte VOR der Kolonialzeit auseinandersetzen.
...hat sich sowohl von den Tätern klar distanziert als auch vom Attentat auf den Staatschef, die Ermordung des Präsidenten sei kein Putsch, die verfassungsmäßige Ordnung wird respektieren.Lässt man diesen Worten Taten folgen wird laut Verfassung der Parlamentschef die Macht übernehmen.Man darf gespannt sein wer da,nachdem die Ordnung wieder hergestellt ist,der Welt nun präsentiert wird.Da die Region logistische Brücke von bis zu 75% des Kokaintransports nach Europa ist könnt das durchaus interessant werden,vom üblichen Ritual der Regierungsbildung nach Intervention diverser Investoren abweichen.Schaut ned sehr nach Putsch aus,eher wie a Execution unter "Geschäftspartnern".Im Konsens mit Guinea betrachtet steckt mehr dahinter, ned wahr ? ^^
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