Österreichs Unternehmen brauchen PR-Nachhilfe

2. März 2009, 11:37
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GfK-Studie: Große Nachfrage bei KMU aber wenig Know-how - PR-Verband ortet neue Chancen im KMU-Bereich

Heimiche Klein- und Mittelbetriebe (KMU) brauchen PR-Nachhilfe. Die überwiegende Mehrheit hält PR-Maßnahmen für sehr wichtig, und jedes zweite Unternehmen will seine PR-Aktivitäten ausbauen, aber nur eine Minderheit hält ihre eigenen PR-Kenntnisse für ausreichend. Das geht aus einer GfK-Studie hervor, die auf Initiative des Public Relations Verbandes Österreich (PRVA) im vergangenen Sommer durchgeführt wurde. Über 300 PR-Verantwortliche in Unternehmen von 10 bis 500 Mitarbeitern wurden hierfür befragt.

"Trotz der aktuellen Wirtschaftsflaute lässt sich ein großes PR-Potenzial bei den Klein- und Mittelbetrieben feststellen", fasst Marktforscher Alexander Zeh von der GfK Austria zusammen. Martin Bredl, Präsident des PRVA: "Die Studie zeigt, dass in den Unternehmen das konkrete Wissen um PR und der damit verbundene unternehmerische Mehrwert nur schwach ausgeprägt sind. Wir werden daher Maßnahmen setzen, um ihnen Unterstützung bei der professionellen Kommunikation zu bieten."

Diffuse Ziele

Die aktuelle Gfk-Studie zeigt indirekt auch das Dilemma der PR-Branche in seiner ganzen Klarheit auf. Die Ziele der PR-Arbeit sind oft diffus, und nahezu alle Kommunikationsformen, von der klassischen Werbung über Internet, Direkt Marketing und Verkaufsförderung bis hin zum Event und zum Sport-Sponsoring werden mit "PR" gleichgesetzt: Acht von zehn befragten KMU geben an, in ihrem Unternehmen PR zu betreiben, doch bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass sie Plakatwerbung, Radiospots oder Direkt Mailings meinen.

PR ist in den KMU zwar meistens "Chefsache", wird aber trotzdem stiefmütterlich behandelt, befinden die GfK-Forscher. Eine eigene PR-Abteilung leisten sich nur zehn Prozent der Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeiter, der durchschnittliche PR-Aufwand pro Woche beträgt 11,5 Stunden. Nur jedes zweite Unternehmen hat ein eigenes PR-Budget, im Schnitt aber unter 20.000 Euro pro Jahr. Die beliebtesten PR-Instrumente sind Website (80%), Broschüren (78%), Kundenevents, Pressemitteilungen (76%) und Sponsoring (74%).

Die Selbsterkenntnis ist allerdings groß: Nur 17 Prozent eben an, mit Umfang und Qualität der PR in ihrem Unternehmen völlig zufrieden zu sein, 58 Prozent der PR-Verantwortlichen in den Unternehmen halten ihre eigenen PR-Kenntnisse für unzureichend. Der PRVA will daher jetzt mit Schulungsangeboten für KMU punkten, einen eigenen Informationstag starten und das "Produkt PR" stärker profilieren. Auch will man den Sektor KMU unter den eigenen Mitgliedern promoten. (pte)

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