2. März 2009, 11:15
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Ein neues Buch über die Wiener Institution ist da

Na sicher, es schimpft sich gut über den Naschmarkt. Weil er immer mehr zur Billigausspeisung für Bürohengste wird und sich immer weniger dem Kerngeschäft widmet. Nämlich der Vielfalt des Viktualien-Angebots, die man sich dank seiner schieren Größe eigentlich erwarten dürfte - andere Großstädte schaffen das ja auch. Anderseits: So schlecht kann der Naschmarkt nicht sein, wenn er unter Wien-TouristInnen längst als Kultdestination gilt. Und spätestens, wenn die Sonne wieder scheint und man an einem der zahllosen Tischchen selbst dem Müßiggang frönt, ist er sowieso ganz und gar der unsrige.

Dazu gibt es jetzt auch noch ein Buch mit allerhand bekannten und vielen kaum bekannten Fakten und Anekdoten rund um den Markt, die Standler, ihre Lokale und jene der anderen Gäste sowie, natürlich, die Bauten und Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Nachbarschaft. Autor Achim Schneyder hat sich ohne Furcht und Tadel durch die ansässigen Lokale getrunken (was auch in jedem Kapitel mehrmals erwähnt wird), Fotograf Rudolf Semotan hat ganz wunderbare Fotos gemacht, die die Stimmungslagen dieses Wiener Nukleus in vielfältigen Schattierungen einfangen. Ein Buch, das Lust macht auf den Frühling. Und auf den Markt sowieso.(Der Standard, Printausgabe 28.02.2009)

Achim Schneyder:
Auf dem Naschmarkt - Notizen eines Spaziergängers
mit Fotos von Rudolf Semotan
Pichler 2009, 215 S.
€ 24,95

  • Artikelbild
    foto: pichler verlag
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