Abschwung in Europas Industrie verschärft sich

2. März 2009, 10:35
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Die Firmen schränkten wegen der wegbrechenden Nachfrage ihre Produktion so stark ein wie noch nie

Berlin - Der Abschwung in der Industrie der Euro-Zone hat sich im Februar verschärft. Die Firmen schränkten wegen der wegbrechenden Nachfrage ihre Produktion so stark ein wie noch nie, wie aus der am Montag veröffentlichten Markit-Umfrage unter 3.000 Unternehmen hervorgeht. Die Firmen bauten ihre Lagerbestände ab und reduzierten die Zahl ihrer Mitarbeiter im Rekordtempo.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex für Februar fiel auf 33,5 Punkte nach 34,4 Zählern im Jänner und erreichte damit den tiefsten Stand seit Beginn der Umfrage vor elfeinhalb Jahren. "Die Daten sind eine Enttäuschung", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Der Abschwung schwächte sich in Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Griechenland und Österreich etwas ab. In Frankreich, Irland und Italien ging es dagegen ungebremst nach unten. Vom Abwärtstrend waren alle drei Industriesektoren betroffen, wenn auch die Konsumgüterhersteller ihre Geschäfte etwas weniger stark zurückfuhren als die Produzenten von Investitions- und Vorleistungsgütern.

Um ihren Absatz anzukurbeln, räumten die Firmen Preisnachlässe ein. Den vierten Monat in Folge gaben daher die Verkaufspreise nach. In allen Ländern der Euro-Zone mit Ausnahme Griechenlands war der Preisverfall so groß wie nie zuvor. Zugute kam den Unternehmen dabei, dass auch die Einkaufspreise kräftig nachgaben.

Die Euro-Zone steckt derzeit in der schwersten Rezession ihrer Geschichte. Im vierten Quartal brach die Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent ein. Weithin wird deswegen damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihren Leitzins für den Währungsraum auf das Rekordtief von 1,5 Prozent senken wird. (APA/Reuters)

 

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