"Österreich" für Kooperationen bei Zustellung

2. März 2009, 10:27
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Zekert: Angesichts der Krise "über Synergien abseits von Konkurrenz und Eitelkeit nachdenken" - STANDARD-Bericht über neuen Gesellschafter bestätigt

"Österreich" will Synergien nutzen und könnte sich hier einen Schulterschluss mit anderen Zeitungsverlagen vorstellen. Sinnvoll sei dies etwa bei der Hauszustellung, wie Wolfgang Zekert, Geschäftsführer der Tageszeitung "Österreich", sagte. Er glaubt, dass die aktuelle Finanzkrise "die Zeitungsbranche so treffen wird, dass die Verlage ernsthaft über Synergien abseits von Konkurrenz und Eitelkeit nachdenken werden müssen".

"Es kann doch nicht sein, dass drei Boten in der Früh ins Haus kommen, um drei unterschiedliche Zeitungen zu liefern. Am Land stellt ein Postbote alle Zeitungen gemeinsam zu", erklärte Zekert. Ein Drittel bis zur Hälfte der Kosten könnte dank einer gemeinsamen Nachtzustellung eingespart werden. Für Zekert Grund genug, über Kooperationen nachzudenken. "Vielleicht ist die Finanzkrise für die künftige Aufstellung der Zeitungsbranche gar nicht so schlecht", überlegt der Zeitungsmacher laut.

Grundsätzlich sieht Zekert für Österreichs jüngste Tageszeitung angesichts der aktuellen Finanzkrise "einen gewissen Vorteil gegenüber Zeitungen, die schon länger am Markt sind. Wir hatten von Anfang an eine schlanke Struktur und tun uns so leichter auf die Herausforderungen der Krise schnell zu reagieren."

"Sparen - allerdings nicht am Produkt"

Wolfgang Fellners Co-Geschäftsführer reagiert mit "Sparen - allerdings nicht am Produkt". "Nice-to-have" Aktionen sind gestrichen, Gutscheine, mit denen man "Österreich" am Kiosk billiger erwerben kann, werden "nur noch gezielt für spezielle Tage" eingesetzt. Hat die Zeitung bisher auf ein Wachstum der Abonnenten gesetzt, gilt es nun, Strukturen zu verbessern. "Es geht nicht mehr nur um das schnelle Wachstum, sondern vielmehr um eine gesicherte Erlösstruktur. Wir haben heute viel mehr vollbezahlte Abos, früher waren wir mit Rabatten großzügiger."

Spekulationen, die Zeitung könnte die Krise nicht überleben, weist der Geschäftsführer zurück. Gefragt, wie lange das Produkt noch ausfinanziert ist, sagte er: "Ich schlafe eigentlich recht gut." Dass der Titel aus dem Hause Fellner bald nur noch online erscheinen könnte, wie in der Branche spekuliert wird, bezeichnet Zekert als "absolut hundertprozentigen Blödsinn. Wenn ich die Zeitung nicht mehr habe, dann brauch ich auch nicht mehr online erscheinen."'

Neuer Gesellschafter bestätigt

Wahr ist hingegen, dass die Muttergesellschaft der Tageszeitung "Österreich" einen neuen Gesellschafter hat, wie DER STANDARD jüngst berichtete. Kurt Miersch, Anwalt und Treuhänder, ist seit Ende Jänner zu knapp 12 Prozent an der Media Invest "Österreich" GmbH beteiligt, der knapp 33 Prozent an der Mediengruppe "Österreich" GmbH gehören.

Für die kommenden Monate erwartet Zekert einen harten Konkurrenzkampf am Zeitungsmarkt: "Der Preisdruck und die Rabatte werden steigen. Aber ich rechne nicht mit einem kompletten Desaster." (APA)

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