Gratiszeitungsring startet am 1. April

2. März 2009, 10:23
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Übernahme der Wiener "Bezirkszeitung" hat am Freitag stattgefunden - "Wir sind nicht die Großen, sondern die vielen Kleinen"

Am 1. April und damit "schneller als ursprünglich geplant" soll der bundesweite Gratiszeitungs- und Anzeigenring der Tiroler Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung") und der Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse", "WirtschaftsBlatt") stehen. Helmut Schoaß und Gerhard Fontan sind die Vorstände der neuen gemeinsamen Firma Regionalmedien Austria AG (RMA). Am Freitag haben sie die Wiener "Bezirkszeitungen" (bz) übernommen und damit die letzte Bastion im Bundesgebiet besetzt.

Ab 1. April will die RMA mit den gemeinsamen Gratis-Wochenzeitungen das gesamte Bundesgebiet abdecken. Die Auflage der insgesamt 118 Titel beträgt 3,3 Millionen Stück, vier Millionen Leser sollen so erreicht werden können, berichteten die Geschäftsführer im APA-Interview. Mit der Möglichkeit, national Anzeigen schalten zu können, will die RMA vor allem der "Kronen Zeitung" Konkurrenz machen. Die Stärke ihrer Produkte sehen die Geschäftsführer in der Flexibilität. "Bei uns ist es möglich, über eine einzige Schnittstelle in verschiedenen Bundesländern und Regionen in beliebiger Kombination Anzeigen aufzugeben", sagte Schoaß.

"Wir sind nicht die Großen, sondern die vielen Kleinen"

Das Gemeinschaftsunternehmen betreibt in acht Bundesländern eigene Gratistitel. In Vorarlberg setzt man auf eine Kooperation mit der Regionalzeitung des Vorarlberger Medienhaus. Die Regionalität der diversen Blätter soll weiterhin erhalten bleiben, auch wenn sie künftig unter einem Dach geführt werden. Ein zentraler Chefredakteur ist daher nicht angedacht. "Wir sind nicht die Großen, sondern die vielen Kleinen", fasste es Fontan zusammen.

In Summe umfasst die Gratiszeitungs-Kooperation 800 fix angestellte und 300 freie Mitarbeiter. Die verschiedenen Zeitungen unter einem Titel zusammenzufassen, sei vorerst nicht angedacht. "Wir wollen die eingeführten Titel nicht über Nacht ändern, sondern setzen auf deren Stärken", so Fontan. Der Focus der neuen Firma liegt im Printbereich. Online sollen die Produkte demnächst auf der Plattform RMA-digital zusammengeführt werden.

Damit, ein solches Projekt in Zeiten der Finanzkrise zu starten, haben die Geschäftsführer kein Problem. "Unsere Mediengattung ist von der Krise am wenigsten betroffen. Der Großteil unserer Kunden sind Klein- und Mittelbetriebe, die weiterhin Anzeigen schalten", so Schoaß. Aber auch an der Möglichkeit der nationalen Buchungen besteht laut Fontan bereits "großes Interesse". Am Freitag haben die beiden Verlage die Wiener Bezirkszeitung übernommen - der Deal wurde vor kurzem von der Bundeswettbewerbsbehörde durchgewunken. Die Moser Holding hat 74,9 Prozent an dem Gratistitel übernommen. Operativer Geschäftsführer der bz ist Erich Postl, dessen Ziel es ist, "als wöchentliche Zeitung die Nummer eins in Wien zu werden". (APA)

 

 

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