SPÖ verliert 22.000 WählerInnen an BZÖ

2. März 2009, 10:30
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Wie in Salzburg war auch in Kärnten das entscheidende Wahlmotiv die Arbeitsplätzethematik - Für das BZÖ führte das Motto "Seinen Weg weiter gehen" zum Sieg

Die SPÖ hat bei der Landtagswahl in Kärnten eine gewaltige Menge an Wählern an das BZÖ verloren, nämlich rund 22.000. Das zeigt die SORA-Wählerstromanalyse (siehe animierte Infografik auf derStandard.at). Außerdem wählten einige tausend Ex-SPÖ-WählerInnen diesmal blau oder gar nicht.

Nachdem das BZÖ bei der letzten Landtagswahl noch nicht existierte - damals trat für das dritte Lager nur die FPÖ an - wechselten diesmal 117.000 WählerInnen von der FPÖ zum BZÖ. Die FPÖ, die in Kärnten in Zukunft nicht im Landtag sitzen wird, verlor WählerInnen an die ÖVP und an die SPÖ. Zwischen Sozialdemokraten und Freiheitlichen bestand aber ein Austauschverhältnis: Mehrere tausend WählerInnen wechselten auch retour von SPÖ zu FPÖ.

Neben dem Gros der ehemals blauen Stimmen und einem massiven Zuwachs aus dem ehemals roten Lager konnte das BZÖ auch viele Nichtwähler mobilisieren, nämlich etwa 17.000.

Die Volkspartei fischte ebenfalls im Nichtwählerlager, sie fand dort 9.000 WählerInnen. Außerdem entschieden sich 10.000 ehemals blaue und 5.000 ehemals grüne Wähler diesmal für die ÖVP.

Die Grünen konnten keine nennenswerten Wählerschichten neu erschließen, verloren aber 5.000 Stimmen an die ÖVP.

Wahlmotiv Arbeitsplatzsicherung

Laut einer ISA/SORA Wahltagsbefragung war das entscheidende Thema in Kärnten - wie auch in Salzburg - die Arbeitsplatzproblematik. 65 Prozent der Befragten ordneten sie als wichtigstes Wahlmotiv ein. Generell war in Kärnten quer durch alle Parteien der Spitzenkandidat für rund ein Drittel der deklarierten Wähler ein sehr wichtiges Wahlmotiv. 73 Prozent der BZÖ-Wähler in Kärnten wollten Gerhard Dörfler weiterhin am Landeshauptmann-Sessel sehen. Dass Reinhart Rohr Landeshauptmann sein sollte, war für 61 Prozent der SPÖ-Wähler ein Grund, rot zu wählen.

Am wichtigsten war den BZÖ-Wählern jedoch nicht die Entscheidung über die Personen Gehard Dörfler und Reinhart Rohr, sondern "das Land in die richtige Richtung zu führen". Im Ö1-Morgenjournal analysierte Meinungsforscher Günter Ogris: "Man kann schließen, dass das Motto 'Seinen Weg weitergehen' gezogen hat. Der Spitzenkandidat des BZÖ war nicht der Hauptgrund das BZÖ zu wählen." Für die Kärntner stellte die "Richtungsentscheidung", wohin sich das Land weiter entwickeln soll, das wichtigste Wahlmotiv dar. (Anita Zielina, derStandard.at, 2.3.2009)

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