Intercell verdreifachte Gewinn 2008

2. März 2009, 17:39
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Das Betriebsergebnis fiel mit minus 13,8 Millionen Euro deutlich negativ aus, die Forschungs- und Entwicklungskosten sind gestiegen

Wien - Das Wiener Biotech-Unternehmen Intercell erwartet innerhalb der nächsten zwei Wochen die endgültige Zulassung des Impfstoffes Ixiaro in Europa und bald darauf in den USA. Dort habe eine Diskussion über den Beipacktext zuletzt die ursprünglich bis Ende 2008 avisierte Zulassung des Impfstoffes gegen Japanische Enzephalitis (JE) verzögert, sagte Intercell-Finanzchef Werner Lanthaler. Die Markteinführung sei nun im zweiten Quartal geplant.

Ixiaro ist derzeit der einzige international verfügbare JE-Impfstoff. In den USA werde die Immunisierung gegen die in 25 Prozent der Fälle tödlich verlaufende Gehirnentzündung knapp unter 300 Dollar kosten, in Europa zwischen 120 und 160 Euro. Auch die US-Armee wartet bereits auf das Produkt, Intercell werde einen exklusiven Fünfjahresvertrag abschließen und rechnet anfangs mit 20 Mio. Dollar (15 Mio. Euro) Umsatz daraus. "In zwei bis drei Jahren wollen wir den Umsatz mit der US-Armee verdoppeln", so Lanthaler. Eine Schätzung über den gesamten Umsatz mit dem sonst von Novartis vermarktete Ixiaro wollte er nicht abgeben.

Intercell hat derzeit auch vier fortgeschrittene Produktkandidaten in der Pipeline; bei 190 Mio. Euro Barmitteln seien diese Projekte auch ausfinanziert, betonte Lanthaler. Der gemeinsam mit Merck entwickelte Impfstoffkandidat zum Schutz vor der Krankenhausinfektion S. aureus werde in einer klinischen Phase II/III-Studie an bis zu 8000 Patienten getestet. Auch das Intercell-Impfpflaster zur Vorbeugung von Reisedurchfall soll noch im ersten Halbjahr 2009 klinische Phase III-Studien durchlaufen. Weiters arbeitet Intercell an einem Impfpflaster gegen Pandemische Grippe und gemeinsam mit Novartis an einem Impfstoff gegen die Krankenhausinfektion Pseudomonas aeruginosa.

Die Profitabilität werde 2009 steigen, sagte Lanthaler, obwohl heuer mehr als 60 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investiert würden. 2008 hat Intercell dank eines Steuerguthabens den Gewinn mehr als verdreifacht. (Gabriele Kolar, DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.2009)

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