Iran "nicht nah dran" an Bau von Atombombe

2. März 2009, 07:28
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Gates sieht gute Chancen für diplomatische Lösung

Washington - US-Verteidigungsminister Robert Gates hat Spekulationen widersprochen, der Iran könne bald über eine Atombombe verfügen. Die Iraner seien derzeit "nicht nah dran", eine Atombombe zu haben, sagte Gates in einem am Sonntag (Ortszeit) veröffentlichten Interview mit dem US-Fernsehsender NBC. Dazu fehlten Teheran die notwendigen Ressourcen. "Also haben wir Zeit", fügte der Minister hinzu.

Angesichts deutlich gesunkener Ölpreise habe die internationale Gemeinschaft gute Chancen, im Atomstreit mit dem Iran auf dem Verhandlungsweg Erfolg zu haben, sagte Gates. Irans Einnahmen stützen sich wesentlich auf den Verkauf von Erdöl. Wenn dieser weniger einbringt, wirken sich die vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran schmerzhafter aus. Nach einem historischen Höchststand von 147,50 Dollar (116,7 Euro) pro Fass im Juli 2008, sank der Ölpreis im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise auf 35 bis 40 Dollar.

Vor Gates Äußerungen war ein CNN-Interview mit US-Generalstabschef Michael Mullen ausgestrahlt worden, in dem dieser sagte, nach Einschätzung der USA verfüge der Iran bereits über genügend atomwaffenfähiges Material für den Bau einer Bombe.

Der Iran hat Mullens Äußerunge als Propaganda zurückgewiesen. Derartige Äußerungen entbehrten jeglicher Grundlage, sagte der iranische Außenamtssprecher Hassan Kaschkawi am Montag.

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) befasst sich ab Montag mit dem festgefahrenen Atomstreit mit Iran. Die IAEA geht davon aus, dass Iran ungeachtet der UN-Sanktionen weiter Uran anreichert. Teheran beharrt darauf, dass es Atomkraft nur zu zivilen Zwecken nutze und darauf wie andere Länder auch ein Recht habe. (APA/AFP)

 

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