Wahlkarten dürften Einzug ermöglichen

2. März 2009, 10:46
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Mit 4,99 Prozent vorläufig aus dem Landtag geflogen - Wahlkarten als letzte Hoffnung

Bei der ersten Hochrechnung gaben sich die Grünen noch zuversichtlich. Knapp über der für den Wiedereinzug in den Landtag nötigen Fünf-Prozent-Hürde lagen sie, konnten so also die zwei Mandate in Kärnten halten. Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny sprach in ersten Reaktionen von einem "guten Erfolg" - nicht ohne hinzuzufügen: Kärnten sei "ein spezieller Fall".

Hoffen auf Wahlkartenwähler

Mit dem vorläufigen Endergebnis wich die Erleichterung der Ernüchterung. Die Grünen kommen auf 4,99 Prozent - zu wenig für einen Einzug. Letzte Hoffnung für die Grünen ist die Auszählung der Wahlkarten, womit sich der Wiedereinzug doch noch knapp ausgehen könnte.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass es die Grünen noch schaffen. Wahlkartenwähler sind durchschnittlich jünger, mobiler und urbaner als traditionelle Wahllokal-Wähler, das zeigen Analysen aus vergangenen Wahlen. Oft sind es StudentInnen, die in einem anderen Bundesland die Universität besuchen. Alles in allem also viele grüne Kernwähler - ob und in welchem Ausmaß sich die allerdings auch an die Urnen (beziehungsweise an den Postkasten) locken ließen, bleibt spannend. Insgesamt 23.661 Wahlkarten wurden diesmal an Kärntner Wähler ausgegeben.

Laut Wahlkarten-Prognose des Meinungsforschungsinstituts SORA kommen die Grünen auf 5,1 Prozent der Stimmen und halten dann bei zwei Mandaten, die auch laut dieser Schätzung vom BZÖ und der ÖVP kommen. Eine erste Auszählung der Briefwahl erfolgt am Dienstag, 3. März, die letzte Auszählung eine Woche später. Erst dann wird das definitive Ergebnis feststehen.

Holub bietet Rücktritt an

Der Landessprecher der Kärntner Grünen, Rolf Holub, wird der Partei jedenfalls seinen Rücktritt anbieten. "Bei dem Ergebnis ist das selbstverständlich", sagte er am noch am Abend der Wahl. WählerInnen verloren haben die Grünen vor allem an die ÖVP, nämlich rund 5.000. Dazugewinnen konnnten sie laut SORA-Wählerstromanalyse keine.

Bei der Wahl 2004 schaffte Holub gemeinsam mit der Listenzweiten Barbara Lesjak trotz der Mandatshürde den Sprung ins Landesparlament. Seither versuchen die Grünen, sich als Opposition zu profilieren. "Wir haben saubere Hände, nichts zu verbergen und müssen nicht in der Proporzregierung mauscheln", definiert Holub die grüne Strategie. Offenbar nicht die richtige, um (mehr) grünaffine Wähler ins Wahllokal zu locken. (Anita Zielina, derStandard.at, 2.3.2009)

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