Springer gegen Staatshilfen für die Presse

1. März 2009, 20:51
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Döpfner: "Bankrottes Medienunternehmen besser als staatlich finanziertes"

Hamburg - Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, lehnt Staatshilfen für angeschlagene Medienhäuser und Verlage ab. "Das wäre ein rabenschwarzer Tag für die Pressefreiheit in diesem Land und ein wahrer Tabubruch", sagte der 46 Jahre alte Verlagsmanager dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Selbst ein bankrottes Medienunternehmen ist besser als ein staatlich finanziertes und gelenktes."

Die Verlage in Deutschland sollten den Wandel der Branche als Chance begreifen: "Was mich stört, ist die Weinerlichkeit in Teilen unserer Zunft. Es nutzt nichts, die Leser zu beschimpfen, wenn sie Richtung online abwandern", sagte Döpfner. Er forderte "eine Aufhebung aller Werbeverbote", eine "Modernisierung des Kartellrechts" und "eine Anpassung des Urheberrechts".

Das Verlagshaus Springer war im Jahr 2006 mit dem Plan gescheitert, den TV-Konzern ProSiebenSat.1 zu übernehmen. Das Bundeskartellamt hatte die milliardenschwere Fusion mit Hinweis auf eine drohende marktbeherrschende Stellung des Unternehmens untersagt. Die Axel Springer AG ist der größte Zeitungsverleger in Deutschland. Zu ihren Publikationen gehören "Bild" und "Die Welt". (APA/dpa)

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