Österreichs Exporte stagnieren

1. März 2009, 19:09
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Vorbei sind die Zeiten des Wirtschaftsbooms, in denen die österreichischen Exporte nach Russland jährlich zweistellig zulegten

Zum ersten Mal seit der Rubel-Krise 1998 rutscht der Hoffnungsmarkt Russland in die Rezession. Vorbei sind die Zeiten des Wirtschaftsbooms, in denen die österreichischen Exporte nach Russland jährlich zweistellig zulegten. Für 2009 erwartet Dietmar Fellner, seit November österreichischer Handelsdelegierter in Moskau, dass die Ausfuhren auf dem Vorjahresniveau stagnieren werden.

Bis November 2008 sind Österreichs Exporte nach Russland noch um 17 Prozent gestiegen. Laut Fellners Einschätzung haben österreichische Unternehmen 2008 Waren und Dienstleistungen im Wert von rund drei Milliarden Euro nach Russland geliefert.

Trotz der momentanen Krisenstimmung kehren nur wenige österreichische Unternehmen Russland den Rücken. "Unsere Firmen wissen, dass sie vor Ort sein müssen, wenn es wieder bergauf geht. Die permanente Präsenz ist wichtig, auch wenn man in der momentanen Situation Geld verliert", sagte Fellner.

Butter am Brot

Dazu kommt, dass der russische Markt laut Fellner für die österreichischen Firmen immer nur die Butter auf dem Brot und keinesfalls ein Markt war, von dem sie abhängig sind. "Die Österreicher haben viel mehr Interesse daran, wie es in Deutschland, Italien und anderen Nachbarländern weitergeht", sagt Fellner. So etwa übertreffen die Exporte nach Tschechien mit 4,5 Milliarden Euro jene nach Russland.

Trotz der schleppenden Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi ist laut Fellner das Interesse der Österreicher ungebrochen. Allerdings sei die Auftragsvergabe intransparent. Die interessierten Unternehmen wüssten nicht, an wen sie sich wenden sollen - an den Staat oder an Oligarchen. "Sotschi ist eine große Sphinx", sagt Fellner. Licht ins Dunkel soll diese Woche der Besuch einer Delegation aus Sotschi in Innsbruck bringen. (Verena Diethelm, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.3.2009)

 

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    Russland: Die Butter am Brot und kein Markt von dem heimische Unternehmen abhängig sind

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