Nur noch teilweise rot

1. März 2009, 18:36
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Die SPÖ von Bürgermeister Heinz Schaden dürfte ihre Absolute in der Stadtregierung verlieren

Eine Riesenüberraschung lieferte die Gemeinderatswahl in der Stadt Salzburg: Die Sozialdemokraten unter Bürgermeister Heinz Schaden konnten zwar ihren ersten Platz klar verteidigen, müssen aber schwere Verluste einstecken. Erste Trendrechnungen gaben der SPÖ 34,4 Prozent der Stimmen und damit einen Verlust von 8,7 Prozentpunkten.

Schaden selbst erreichte bei der Bürgermeisterwahl 44,1 Prozent der Stimmen und wird aller Voraussicht nach in der Stichwahl in zwei Wochen gegen seinen Herausforderer Harald Preuner von der ÖVP antreten, der 27,2 Prozent verbuchte.

Bei der Gemeinderatswahl fährt die Volkspartei mit 29,0 Prozent ein Plus von 1,5 Prozentpunkten ein. Auch die grüne Bürgerliste unter Stadtrat Johann Padutsch zählt zu den Gewinnern: 16,9 Prozent nach ersten Trends wären ein Plus von 1,2 Prozentpunkten. Das Plus für die Bürgerliste gehört zu den ganz großen Überraschungen in der Landeshauptstadt. Zuletzt war befürchtet worden, dass die Debatte auf Bundesebene um den Salzburger EU-Abgeordneten Johannes Voggenhuber den Stadt-Grünen auf den Kopf fallen könnte.

Die FPÖ, angeführt von Andreas Schöppl, kommt auf 12,9 Prozent der Stimmen und legt damit um 2,8 Prozentpunkte zu. Die mit dem BZÖ verbündete ehemalige FPÖ-Klubchefin Doris Tazl schafft aus dem Stand 4,7 Prozent und zieht damit in den Gemeinderat ein.

In Mandaten heißt das: Die Sozialdemokraten verlieren fünf Sitze und halten bei 14, die Volkspartei gewinnt ein Mandat und kommt auf zwölf. Die Bürgerliste gewinnt einen Sitz dazu und sitzt nun zu siebt im Stadtparlament. Auf die Freiheitlichen entfallen fünf Mandate, auf das BZÖ zwei. Die KPÖ dürfte den Einzug in den Gemeinderat knapp verpassen.

In der nach Proporz besetzten Stadtregierung wandert ein Sitz von den Sozialdemokraten zur Volkspartei. Beide Großparteien sind nun mit jeweils zwei Mitgliedern in der Stadtregierung vertreten, der grüne Stadtrat Johann Padutsch behält seinen Job. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 2.3.2009)

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