Diese Wahl fiel nicht schwer

1. März 2009, 17:55
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Was der FIS-Chef einen Meilenstein nennt, was den Reichenbergern die WM konnte

Draußen vor der Stadt, direkt an der Autobahn nach Prag, steht der Nisa genannte Glitzertempel, wo die Leute aus Liberec ihre Konsumwünsche stillen können, wenn sie denn können. Montag bis Sonntag, von 9 bis 21 Uhr. Das, nun ja, gottlose Treiben hielt sich am Schlusstag der WM in Grenzen. Nur ein paar Athleten trieben sich herum, um wenigstens etwas mitzunehmen, wenn es schon nicht Medaillen sein sollten.

Nun sind sie wieder allein, die rund 100.000 Reichenberger, von denen nach offiziellen Zahlen und rein theoretisch jeder genau zwei WM-Bewerbe besucht hat. Mehr als die inoffiziell 100.000 voll Zahlenden waren erwartet worden. Das konnten die Reichenberger trotz (überschaubarer) Unterstützung aus der Fremde nicht leisten.

Die Wahl fiel sehr vielen wohl nicht schwer, zwischen Dingen des täglichen Bedarfs und einer besseren Karte für, zum Beispiel, ein Kombinationsspringen um 60 Euro. Rechnet man das in Krügerln um - nach dem da und dort üblichen Preis, müsste selbiges Springen im schönen Seefeld fast 200 Euro kosten. Kein Wunder also, dass FIS-Präsident Gian-Franco Kasper die WM in Liberec generös einen Meilenstein nannte. (lü - DER STANDARD PRINTAUSGABE 2.3. 2009)

 

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