Neuer Rettungsplan und Milliardenverlust

2. März 2009, 06:43
3 Postings

Das Direktorium des schwer angeschlagenen US-Versicherers hat sich offenbar auf ein überarbeitetes Rettungspaket verständigt

New York - Das Direktorium des schwer angeschlagenen US-Versicherers AIG hat sich Kreisen zufolge auf ein überarbeitetes Rettungspaket verständigt. Das neue Konzept sehe eine weitere Finanzspritze der US-Regierung in Höhe von 30 Milliarden Dollar (23,7 Mrd Euro) vor, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Sonntag. Das Geld soll aus dem 700-Milliarden-Rettungspaket (TARP) zur Verfügung gestellt werden.

Zudem beinhalte das Paket, über das das Direktorium abstimmte, auch Abschnitte, in denen es um eine Erleichterung der Bedingungen für bisher gewährte staatliche Hilfen gehe sowie einen Plan zur Verringerung der Schulden des Versicherers bei der Regierung.

Im Gegenzug für die Hilfsleistungen werde AIG der US-Notenbank Fed die Mehrheitsanteile an den beiden hoch geschätzten Lebensversicherungssparten AIA und Alico übertragen, sagte die Person. AIA gilt als Kronjuwel unter den asiatischen AIG-Sparten.

Verzockt

Der Konzern mit etwa 100.000 Beschäftigten hatte sich am US-Immobilienmarkt verzockt hat droht nun im Strudel der Finanzkrise unterzugehen. Er steckt tief in den roten Zahlen. Die US-Regierung greift dem einst weltgrößten Versicherungskonzern bereits zum vierten Mal seit September unter die Arme. Bislang hat AIG Kredite in Höhe von 150 Milliarden Dollar erhalten, im Gegenzug hat die Regierung 80 Prozent an dem Versicherungskonzern übernommen.

AIG hat 2008 wegen der Finanzkrise fast 100 Mrd. Dollar (79,1 Mrd. Euro) verloren. Unter dem Strich sei im vergangenen Jahr ein Verlust von 99,3 Mrd. Dollar angefallen, teilte das Unternehmen am Montag in New York mit. Allein im vierten Quartal fiel wie erwartet ein Verlust von 61,7 Mrd. Dollar an.

2007 hatte der Konzern den Angaben zufolge 6,2 Mrd. Dollar verdient. Der Konzern hat sich vor allem mit Versicherungen auf hoch spekulative Papiere verzockt und gehört daher neben der Citigroup zu den größten Verlierern der Finanzkrise.

Am Freitag hatte die US-Regierung angekündigt, ihren Anteil an der einst weltgrößten Bank Citigroup auf bis zu 36 Prozent zu erhöhen. Die Teilverstaatlichung der Citigroup zog Börsen weltweit nach unten. Die Wall Street brach auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren ein. Anleger fürchteten, dass der Staat nun auch bei anderen US-Banken einsteigen muss. (APA/Reuters/AP)

 

 

Share if you care.