Und wieder Northug

1. März 2009, 15:36
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Norweger gewinnt den Marathon im Sprint und holt sein drittes Gold in Liberec - Christian Hoffmann bricht im Finish ein und belegt Platz 25

Liberec - Der Norweger Petter Northug hat sich am Sonntag im abschließenden 50-km-Rennen zum Langlauf-König der 47. Ski-Weltmeisterschaften gekürt. Der 23-Jährige eroberte seine dritte Goldmedaille in Liberec und seinen insgesamt vierten WM-Titel und ist das männliche Pendant zur dreifachen Weltmeisterin Aino Kaisa Saarinen (FIN). Wie schon bei seinen Erfolgen in der 30-km-Verfolgung und als Schlussläufer der Staffel verdankte er den Sieg seinem extrem starken Finish. ÖSV-Solist Christian Hoffmann scheiterte nach starkem Beginn am Material und kam über Rang 25 (+53 Sekunden) nicht hinaus.

Northug setzte sich im Sprint sieben Zehntelsekunden vor dem Russen Maxim Wilegschanin und 2 Sekunden vor dem Deutschen Tobias Angerer durch. Angerer hatte einen Kilometer vor dem Ziel geführt und die Hoffnungen auf das erste Gold Deutschlands nach acht Mal Silber genährt, wurde aber vom jungen Norsker noch in den Schatten gestellt. Der vierfache Junioren-Weltmeister holte vor 12.000 Zuschauern das fünfte Gold für Norwegen, das Platz eins in der Medaillenwertung (5-4-3) erfolgreich verteidigte. Olympiasieger Giorgio di Centa (ITA) musste sich mit Rang vier begnügen (+4,0), für Mitfavorit Vincent Vittoz (FRA) blieb nur Rang neun.

Materialprobleme bei Hoffmann

Hoffmann musste nach 50 harten Kilometern enttäuscht Bilanz ziehen. Auf dem ersten Viertel der Distanz hatte der 34-Jährige über weite Strecken geführt, doch nach dem Skiwechsel, der erstmals bei einer WM erlaubt war, musste er immer mehr Kraft aufwenden, um den Materialnachteil auszugleichen. "Ab dem erstem Wechsel habe ich gemerkt, dass ich mit dem Material nicht mehr dabei war. Es ist immer schlechter geworden, das kostet so viel Kraft", erklärte der 30-km-Olympiasieger.

Er bekam beim zweiten Wechsel wieder seine ursprünglichen Ski, doch es trat keine Besserung ein. "Der Ski war nicht mehr gut, weil sich die Bedingungen geändert hatten", erklärte Hoffmann. Bis zwei Kilometer vor dem Ziel hielt sich der Staffel-Weltmeister von 1999 dennoch in der 25-köpfigen Spitzengruppe, dann war er mit den Kräften am Ende und verlor den Anschluss. Im Ziel zog Hoffmann enttäuscht Bilanz und erlaubte sich einen Seitenhieb auf die Skispringer. "Die haben im Teamhotel so laut gefeiert, dass ich bis vier Uhr früh nicht schlafen konnte."

Sein Abschneiden, sei natürlich nicht zufriedenstellend, stellte Hoffmann klar. "Aber es ist nicht mehr gegangen heute. Man muss die WM abhaken." In zwei Jahren in Oslo will der Wahl-Salzburger noch einen Anlauf nehmen. Er kündigte an, dass er seine Karriere über die kommende Olympia-Saison hinaus fortsetzen wolle. (APA)

Ergebnisse Langlauf 50 km  freie Technik: 1. Petter Northug (NOR) 1:59:38,1 Stunden - 2. Maxim Wilegschanin (RUS) + 0,7 Sek. - 3. Tobias Angerer (GER) 2,0 - 4. Giorgio di Centa (ITA) 4,0 - 5. Sergej Dolodiwitsch (BLR) 5,6 - 6. Rene Sommerfeldt (GER) 7.5 - 7. Martin Koukal (CZE) 8,1 - 8. Teemu Kattilakoski (FIN) 8,4 - 9. Vincent Vittoz (FRA) 9,1 - 10. Aivar Rehemaa (EST) 9,2. Weiter: 25. Christian Hoffmann (AUT) 53,0

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Goldhamster Petter Northug.

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