Voscherau soll Tarifstreit bei der Deutschen Telekom schlichten

1. März 2009, 12:03
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Unternehmensführung und Gewerkschaft einigten sich auf ehemaligen Hamburger Bürgermeister als Schlichter

Im Tarifstreit bei der Deutschen Telekom soll der frühere Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau als Schlichter eine Lösung finden. Zuvor hatte die große Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di am Samstag in Bonn die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Die Tarifparteien verständigten sich nach Angaben von ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder auf Voscherau als Schlichter.

Das Schlichtungsverfahren muss innerhalb von zwölf Werktagen mit einer Empfehlung beendet werden. Eine einvernehmliche Fristverlängerung ist möglich. Während der Schlichtung herrscht Friedenspflicht.

Die Verhandlungen waren am Freitag nach der vierten Runde ergebnislos abgebrochen worden. Ver.di fordert für die rund 50.000 Tarifbeschäftigten bei der Telekom und den drei T-Servicegesellschaften 8,5 Prozent, mindestens aber 220 Euro mehr Gehalt monatlich sowie eine deutliche Anhebung der Vergütung für Lehrlinge. Das Angebot der Telekom sieht eine Entgelterhöhung um drei Prozent vom 1. Jänner 2009 an und ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent vor. Zudem hat das Unternehmen eine Erfolgsbeteiligung bei positivem Geschäftsverlauf vorgeschlagen.

Die Arbeitgeberseite begrüßte die Anrufung der Schlichtung grundsätzlich. Das zeige, dass auch ver.di keine Lösung auf der Straße suche sondern eher am Verhandlungstisch, sagte ein Telekom- Sprecher. Mit Voscherau sei ein hervorragender Schlichter gefunden worden.

Wenn auch die Schlichtung keine Einigung bringe, werde die Lage sehr ernst, sagte Schröder. Dann bleibe nur noch die Möglichkeit, über einen tiefgreifenden Arbeitskampf zu einer Lösung zu kommen. Nach wie vor liege kein erweitertes Angebot der Telekom vor. Das Unternehmen habe am Freitag sehr gute Zahlen vorgelegt und es sei die Rede von einer stabilen Lage. Seit zwei Jahren hätten die Beschäftigten keine Lohnerhöhung erhalten. Das Angebot des Konzerns bedeute, "dass die Menschen netto 1,1 Prozent mehr im Geldbeutel haben", sagte Schröder. Das begriffen die Beschäftigten als Zumutung. (APA)

 

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