Millionen-Raub vor Aufklärung

1. März 2009, 11:40
posten

Beute teils sichergestellt - Sieben Verdächtige verhaftet

Dublin - Der vermutlich größte Bankraub in der irischen Geschichte steht vor der Aufklärung. Die Polizei nahm in der Nacht auf Samstag sieben Verdächtige fest und stellte einen Großteil der Beute sicher. Sechs Männer und eine Frau seien bei mehreren Razzien in Dublin gefasst worden, teilte die Polizei mit.

Sie sollen einen 24 Jahre alten Mitarbeiter der Bank of Ireland gezwungen haben, rund 7,5 Millionen Euro in Wäschesäcken aus der Hauptfiliale mitten in der irischen Hauptstadt zu beschaffen. Die Freundin des Mannes sowie deren Mutter und einen fünf Jahre alten Buben hatten die Gangster in der Nacht auf Freitag vorübergehend als Geiseln genommen.

Vier Millionen entdeckt

Wie der Sender RTE am Samstag berichtete, stellte die Polizei bisher vier Millionen Euro sicher. Nach einer Verfolgungsjagd sei das Bargeld in einem Auto gefunden worden. Der Mitarbeiter des Tresorraums hatte am Freitag im Morgengrauen für die Räuber das Geld aus dem Safe beschafft. Medienangaben zufolge hatte die bewaffnete Gang den Bankangestellten überfallen, als dieser fernsah. Anschließend fesselten die Täter die Frauen und den kleinen Buben und warfen sie in ein Auto. Nachdem der 24-Jährige die Geldsäcke abgeliefert hatte, kamen die drei an der Autobahn nahe Dublin frei. Die Polizei machte innerhalb kurzer Zeit eine notorische Gang in Dublin als Hauptverdächtige aus.

Dieses sogenannte "Tiger Kidnapping" kommt in Irland öfter vor. Dabei werden dem Opfer nahe stehende Menschen als Geiseln genommen, während der Erpresste die Tat der Gangster ausführen soll.

Justizminister Dermot Ahern sagte, er sei schockiert, dass ein Juniormitarbeiter an solche Summen Bargeld kommen konnte. Die oppositionelle Labour-Partei kritisierte, dass der Rest der Beute nun für Drogengeschäfte verwendet werde. Die Bank bestätigte die Höhe der Beute bisher nicht. Die Filiale ist ein berühmtes Gebäude in der Dubliner Innenstadt, von der Geldautomaten und andere Filialen mit Bargeld versorgt werden. (APA/dpa)

 

Share if you care.