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"Captain Jack Sparrow"- ein Filmpirat, mit dem Disney keine Probleme hat

"Dinosaurier" Ferdinand Morawetz vom Verein für Anti-Piraterie plädiert für legale Downloads.

DJ und Labelbetreiber Karl Moestl hat aufgehört, CDs zu produzieren: "Das rechnet sich leider nicht mehr."
"Ich glaube, dass eine technische Revolution hinter uns liegt, die vergleichbar mit der Eiszeit ist", sagt Gerfried Stocker, seines Zeichens künstlerischer Leiter der Linzer "Ars Electronica": "Und so wie viele große Lebewesen durch die Eiszeit ausgestorben sind, so geht es uns auch heute. Was wir im Moment erleben, ist der letzte Kampf der Dinosaurier." Die Musik- und Filmindustrie habe immer noch nicht verstanden, welche Folgen die Digitalisierung für ihre eigene Geschäftsgrundlage habe, und versuche mit Gewalt, das Rad der Zeit zurückzudrehen.
"Wollten nie Einzelpersonen einsperren"
Bei einer Podiumsdiskussion über illegale Downloads Ende Februar beim Internationalen Rechtsinformatik-Symposion an der Uni Salzburg konnte Stocker seine Kritik gleich direkt an einen Vertreter dieser vom Aussterben bedrohten Spezies richten. Ferdinand Morawetz, Managing Director von Walt Disney Studios Motion Pictures Austria und Präsident des Vereins für Anti-Piraterie, konnte sich mit Stockers Thesen nicht anfreunden: "Wir wollten nie Einzelpersonen sofort einsperren, sondern die bestrafen, die das Stehlen beruflich betreiben und damit sehr viel Geld verdienen."
Millionenverlust durch "Piraterie"
Das sei etwa die "Chinesenmafia", die am Naschmarkt stehe und tausende illegal kopierte DVDs verkaufe. Der Schaden entstehe keineswegs nur großen internationalen Konzernen wie Walt Disney: Auch der Produzent des oscarprämierten österreichischen Films "Die Fälscher" habe durch "Piraterie" eine Million Euro verloren. "Die Leute, die illegal Filme ins Netz setzen, sind Verbrecher", sagt Morawetz. Er frage sich, wo die Studios in Zukunft 100 Millionen Euro für eine große Filmproduktion herbekommen sollen.
Andere Einkommensquellen gesucht
Mit Filmen oder Musik allein lasse sich in Zukunft ohnehin nicht mehr Geld verdienen, glaubt der Schwede Magnus Eriksson, einer der Mitbegründer von The Pirate Bay, dem weltgrößten BitTorrent-Tracker, der im Internet zwischen Anbietern und Nachfragern von Dateien aller Art vermittelt. "Geld verdienen wird man in Zukunft wahrscheinlich über andere Kanäle wie Livekonzerte, Merchandising und diese Dinge", sagt Eriksson.
"Mehr als nur eine digitale Datei"
"Ein Download ist meistens der erste Kontakt zwischen einem Konsumenten und einem Künstler", sagt Eriksson - und wenn das Produkt gut sei, "dann wollen die Menschen auch mehr als nur eine digitale Datei". Künstler müssten sich auf eine Basis aus echten Fans verlassen können; auf schnelllebigen Musikmoden lasse sich ohnehin keine nachhaltige Musikindustrie aufbauen.
Zwei Leistungen, eine bezahlt
Der DJ und Labelbetreiber Karl Moestl steht den Änderungen durch immer größere Bandbreiten und Speicherkapazitäten zwiespältig gegenüber: "Ich bin in erster Linie Künstler und bin froh, wenn ich Feedback kriege. Youtube oder Myspace helfen mir auch, Promotion zu machen. Mehr Bekanntheit heißt mehr legale Downloads und mehr Konzertbesucher." Das Problem: Er sei zu "zwei Leistungen" gezwungen, von denen er "nur eine bezahlt bekomme".
CDs sind "uninteressant geworden"
Er werde in Zukunft keine CDs mehr produzieren, kündigte Moestl an: "Das rechnet sich leider nicht mehr. CDs sind für das junge Publikum im populären Bereich uninteressant geworden." Vom Musikmachen als Beruf zu leben, werde dadurch immer schwerer. Einen Teil seines Geldes verdient Moestl mittlerweile als Musik- und Soundberater für die Werbeindustrie.
Stocker für "Kultur-Flatrate"
Ein möglicher Ausweg aus dieser Krise wäre für Gerfried Stocker das Modell einer "Kultur-Flatrate": Aus einem großen, öffentlichen Topf sollten Musik- und Filmschaffende je nach ihrer Beliebtheit bei den Downloads einen Anteil erhalten. Zur Finanzierung könne man etwa die Geräteindustrie heranziehen, sagt Stocker - immerhin gehe der Löwenanteil des Unterhaltungs- und Kulturbudgets der Menschen mittlerweile in die Unterhaltungselektronik-Hardware.
Morawetz: Filme legal downloaden
Dass selbst Dinosaurier manchmal lernfähig sind, möchte Ferdinand Morawetz beweisen: Wenn es nach ihm gehe, solle die Filmindustrie nicht den gleichen Fehler machen wie davor die Musikindustrie, die einfach zu lange damit zugewartet habe, legale Downloads zu ermöglichen. Filme sollten kostenpflichtig ins Netz gestellt werden, sagt Morawetz, "zu einem Preis, den sich jeder leisten kann - und vielleicht ein bisschen zeitversetzt". (Markus Peherstorfer, derStandard.at, 1. März 2009)
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""Tauschbörsennutzer werden zunehmend mit Terroristen und Schwerverbrechern auf eine Ebene gestellt, um Grundrechtseingriffe zu rechtfertigen", kritisiert der Salzburger Richter und Betreiber der Website Internet4Jurists, Franz Schmidbauer. ORF.at hat mit ihm über aktuelle Entwicklungen im Urheberrecht und über den Pirate-Bay-Prozess gesprochen."
http://futurezone.orf.at/stories/1502953/
Ein m.E. absolut lesenswertes, aktuelles Interview mit dem Richter (und Betreiber der Webseite internet4jurists.at) Dr. Franz Schmidbauer zu obigem Thema!
Ich war bei der Diskussion dabei und es kam klar zutage, dass die Filmindustrie niemals mehr die alten Zeiten wird aufleben lassen können.
Sie müssen sich umstellen, ob Sie wollen oder nicht. Warum orientieren Sie sich in Zukunft nicht an Theater, Oper, Musical, Konzert usw.
Der stets ins Treffen geführte Verlust der künstlerischen Qualität, wenn die Produktion sparen muss, ist ein reines Märchen: Weder Mozart, noch Beethoven oder Händel verkauften Schallplatten und auch Shakespeare hatte keine Filmkamera zur Verfügung. Ihre Werke sind trotzdem bis heute unerreicht.
Nur 60 Mio$-Gagen für Tom Cruse oder Milliarden-Gewinne mit einem einzigen Film wirds halt nicht mehr geben. Das halte ich aber für verkraftbar - auch in Ihrer Branche.
bzgl. der Gagen und deiner Einschätzung, dass es diese dann "halt" zukünftig nicht mehr geben wird, widerspreche ich:
Betrachte die Umsätze, die alleine mit Kinotickets erzielt werden. Beachte, um welchen Faktor gerade bei Blockbusterproduktionen die Einnahmen aus den Kinotickets das Produktionsbudget übersteigen.
Wieso sollten dann die Filmstudios den Stars nicht die Gagen zahlen (können), die sie miteinander vereinbaren?
Anders betrachtet: Was stellt eine 20-60 Millionen Dollar schwere Gage bei Budgets von einigen hundert Millionen Dollar und Einnahmen von vielen hundert Millionen Dollar mehr dar, als ein bloßen kleineren Teil?
Siehe boxofficemojo.com
... stellt man fest, dass die Fernseher nicht nur flacher, sondern auch größer werden und die dazugehörigen Soundsysteme bereits jetzt "Home Cinema" heißen.
Wir müssen daher davon ausgehen, dass diese Entwicklung mittelfristig die Anzahl der Kinobesuche senken wird.
Dank Pixar und anderer Software können sehr viele Teile eines Films bereits jetzt per Computer erstellt werden. Das bedeutet, dass aufwendige Stunts, gigantische Kulissen und teuere Reisen in Zukunft durchaus entfallen können.
Was dann noch bleibt, sind die Gagen für Schauspieler, Regisseure, Autoren usw.
Diese müssen lediglich wieder unter das Maß der Unverschämtheit heruntergedrückt werden und schon wird es auch wieder mit kleinen Budgets hevorragende Filme geben.
irgendwie ist das bild von Captain Sparrow oben im artikel zu dieser überschrift ganz passend.
oder wie würde der downloader und streamer sagen: lieber urheberlizenznehmer dies ist der tag an dem ihr den Downloader/Streamer fast geschnappt hättet :D
Wenn du dir mal die Liste der Rekord Filme anschaust wirst du sehen, dass alle ziemlich neu sind:
http://boxofficemojo.com/alltime/world/
"Ständig hört man von neuen Umsatz-Rekorden bei Filmen. "
Tatsache ist, dass die letzte Meldung von einem Umsatzrekord 12 Jahre alt ist, oder anders ausgedrückt: Man hört seit 12 Jahren von keinem einzigen Umsatzrekord einer Filmproduktion.
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